Luxusportwagenbauer Ferrari fährt Rekordgewinn ein, aber Fabel-Rendite bröckelt

Der Umsatz steigt um ein Viertel, zugleich hebt Ferrari die Prognose an. Kleiner Wermutstropfen: Die Umsatzrendite sinkt auf 34,6 Prozent – ein Luxusproblem, das andere Autobauer wohl auch gern hätten.
Ferrari 296 GT3: Das Auto, der Nachfolger des 488 GT3, soll im kommenden Jahr sein Renndebüt feiern

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Foto: IMAGO/FLORENT GOODEN / IMAGO/PanoramiC

Ferrari hat dank der hohen Nachfrage nach seinen Luxussportwagen ein Rekordergebnis eingefahren und hebt die Prognose an. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte im zweiten Quartal um 15 Prozent auf 446 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich verzeichnete das Unternehmen einen Gewinn von 251 Millionen Euro, 22 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Der Umsatz legte um ein Viertel auf fast 1,3 Milliarden Euro zu. Die Umsatzrendite sank binnen Jahresfrist allerdings um fast drei Prozentpunkte auf immer noch üppige 34,6 Prozent. Zum Vergleich: Der zur VW-Tochter Audi gehörende Sportwagenhersteller Lamborghini erreichte nach sechs Monaten 31,9 Prozent. "Die Qualität der ersten sechs Monate und die Robustheit unseres Geschäfts ermöglichen es uns, die Prognose für 2022 bei allen Kennzahlen nach oben zu korrigieren", erklärte Ferrari-Chef Benedetto Vigna (53) am Dienstag.

Auch der Auftragseingang erreichte im Zeitraum April bis Juni einen Bestwert. Das Unternehmen mit dem aufbäumenden Pferd als Logo hob daraufhin die Prognose für das Gesamtjahr etwas an und rechnet nun mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) zwischen 1,70 und 1,73 Milliarden Euro. Zuvor hatte das Management eine Spanne zwischen 1,65 und 1,70 Milliarden Aussicht gestellt. Die Aktie  verlor nach Bekanntgabe der Zahlen an der Mailänder Börse gleichwohl 1,4 Prozent an Wert.

Den Angaben zufolge steigerte Ferrari die Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent auf 3455 Fahrzeuge - davon waren 17 Prozent mit Hybridantrieben ausgestattet, der Rest mit Verbrennungsmotoren. Vor allem in Amerika sowie in China, Hongkong und Taiwan verkaufte Ferrari mehr.

Die Luxus-Sportwagenschmiede setzt stark auf die Elektrifizierung ihres Angebots (Lesen Sie hierzu den großen Inside-Report) : Ferrari will bis zum Jahr 2030 vier von fünf Autos (80 Prozent) mit Elektromotor ausliefern, zwei davon (also 40 Prozent) sollen rein elektrisch unterwegs sein. Dabei werde sich die Leistung der Sportwagen weiter erhöhen. Das erste Elektromodell soll 2025 auf den Markt kommen, zwischen 2023 und 2026 sollen 15 neue Modelle vorgestellt werden. Im September solle der erste Ferrari-SUV kommen.

rei/Reuters
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