Chefwechsel bei Sportwagen-Bauer Ferrari-Chef Camilleri tritt ab - Agnelli-Erbe Elkann springt ein

Rasanter Führungswechsel bei Ferrari: Der erst seit zwei Jahren amtierende CEO Louis Camilleri tritt "aus persönlichen Gründen" zurück. Vorübergehend übernimmt Agnelli-Spross John Elkann.
Interims-Maestro: Agnelli-Spross John Elkann ist nach dem plötzlichen Rücktritt von CEO Camilleri vorübergehend Ferrari-Chef

Interims-Maestro: Agnelli-Spross John Elkann ist nach dem plötzlichen Rücktritt von CEO Camilleri vorübergehend Ferrari-Chef

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JEWEL SAMAD / AFP

Erneuter Führungswechsel bei Ferrari: Vorstandschef Louis Camilleri (65) hat bei Italiens berühmtem Sportwagenbauer seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Er verwies in einem Unternehmensstatement auf "persönliche Gründe". Seinen Posten übernimmt vorübergehend Verwaltungsratspräsident John Elkann (44), der mächtige Verwaltungsratschef von Fiat Chrysler Automobiles. Elkann stammt aus der Eigentümerfamilie Agnelli und leitet deren Beteiligungsholding Exor mit ihrem Stimmrechtsanteil von gut einem Drittel an Ferrari.

Camilleri war nur etwas mehr als zwei Jahre Vorstandschef. Er hatte den Posten nach dem Tod von Sergio Marchionne übernommen.

"Ferrari war ein Teil meines Lebens", sagte Camilleri: "Als CEO zu dienen, war ein großes Privileg für mich. Meine Bewunderung für die außergewöhnlichen Männer und Frauen in Maranello und für ihre Leidenschaft und Hingabe ist grenzenlos. Ich bin stolz auf die vielen Erfolge der Firma seit 2018 und weiß, dass die besten Jahre noch vor Ferrari liegen."

Covid-19-Erkrankung von Camilleri möglicher Auslöser für Rücktritt

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal"  hatte sich Camilleri vor Kurzem mit Covid-19 infiziert und war im Krankenhaus behandelt worden. Mittlerweile soll er seine Erholung aber zu Hause fortsetzen, schreibt die US-Wirtschaftszeitung. Wie weit Camilleris Corona-Erkrankung mit seinem Rücktritt als Ferrari-Chef zusammenhängt, ist nicht bekannt. Ferrari selbst gab in einer Presseaussendung  nur an, dass Camilleri aus nicht näher bezeichneten "persönlichen Gründen" zurücktrete. Man nehme den Rückzug Camilleris "mit Bedauern" zur Kenntnis, so Ferrari. Er danke Camilleri für seine "unaufhaltsame Hingabe" und "grenzenlose Leidenschaft" für Ferrari, wird Elkann in der Presseaussendung zitiert.

Geschäftlich lief es für Ferrari im Corona-Jahr zuletzt gar nicht so schlecht. Im dritten Quartal stiegen die Gewinne leicht, zuletzt lagen sie bei 171 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) kletterte um 6 Prozent auf 330 Millionen Euro, weil die Italiener im Schnitt teurere Autos verkauften und die Kosten im Zaum hielten. Ferrari hatte im dritten Quartal mit 2313 Fahrzeugen rund 7 Prozent weniger ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum.

wed/DPA/AFP
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