Donnerstag, 22. August 2019

Graue Eminenz hinter neuer VW-Führung Kein Comeback für Diesel-Mann Piëch!

Krönung der Ingenieurskunst? Ferdinand Piëch - damals VW-Chef - entsteigt auf der Hauptversammlung 2002 dem 1-Liter-(Diesel)-Auto

3. Teil: Piëchs Vorausschau hatte vier Jahrzehnte Bestand

Interessanterweise sprach der Manager damals schon die heutigen Probleme an: "Für uns Techniker waren die Emissions- und Verbrauchsargumente sowieso überwältigend." Das TDI-Budget für Audi-Aggregateleiter Richard van Basshuysen machte Piëch erst frei, als dieser ihn überzeugen konnte, dass "man letztlich die weltweit strengsten Abgasvorschriften meistern würde".

Vorbei. Die weise Vorausschau, die Piëch gern für sich in Anspruch nimmt, hatte immerhin vier Jahrzehnte Bestand. Das ist aller Ehren wert. Doch nun scheint die stetige Expansion auf dem von Piëch bereiteten Weg am Ende. Die weltweit strengsten Abgasvorschriften sind heute andere, und auch mit stetiger Verbesserung der Motortechnik stoßen die Ingenieure an Grenzen, die sie nur auf Kosten neuer Probleme überwinden können.

Die Welt und besonders Amerika weigert sich, am deutschen Diesel-Wesen zu genesen. Damit droht Piëchs Lebenswerk zu scheitern. Tragisch ist das vor allem wegen der Millionen Arbeitsplätze, die daran hängen.

Die Zeichen stehen auf radikalen Kurswechsel

Der Volkswagen-Konzern könnte der Herausforderung begegnen, indem er sich einmauert und auf den dieseltreuen Heimatmarkt vertraut, während der Selbstzünder sogar in Hochburgen wie England oder Frankreich ebenso wie seitens der EU unter Beschuss gerät. Das wäre hochriskant.

Die Zeichen stehen auf radikalen Kurswechsel. Die Frage ist nur, ob eine Organisation, in der ein Patriarch noch über sein Lebenswerk wacht - oder auch nur die Angst vor der grauen Eminenz umgeht - dazu in der Lage ist.

Ferdinand Piëch sollte klar machen, dass die Zukunft des Konzerns jetzt in anderen Händen liegt.

Das große Quiz: Würden Sie unter Ferdinand Piëch überleben?


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