Montag, 9. Dezember 2019

Langjähriger VW-Vorstandschef Ferdinand Piëch ist tot

Ferdinand Piëch: Der langjährige VW-Patriarch ist im Alter von 82 Jahren gestorben
Julian Stratenschulte/dpa
Ferdinand Piëch: Der langjährige VW-Patriarch ist im Alter von 82 Jahren gestorben

Der frühere VW-Vorstands- und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ist tot. Die Witwe Piëchs, Ursula Piëch, bestätigte den Tod ihres Ehemannes. Ihr Mann sei am Sonntag "plötzlich und unerwartet verstorben", hieß es in einer Mitteilung Ursula Piëchs, die der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend vom Anwalt der Familie, Christian Schertz, zugeschickt wurde.

Der langjährige Firmenpatriarch von Volkswagen Börsen-Chart zeigen sei in einem Restaurant unvermittelt vor den Augen seiner Ehefrau Ursula Piëch kollabiert, berichtet die "Bild"-Zeitung. Der 82-Jährige sei dann in eine Klinik ins bayerische Rosenheim gebracht worden, dort aber verstorben. Die Ursache des Zusammenbruchs war zunächst unklar.

Die Beisetzung von Piech werde im engsten Familienkreis stattfinden, schrieb seine Frau Ursula in einer Mitteilung. Piëch hinterlasse eine große Familie mit 13 Kindern und mehr als doppelt so vielen Enkelkindern.

Der Patriarch prägte Deutschlands größten Autokonzern Volkswagen über Jahrzehnte. Politiker, Gewerkschaftsführer, Ex-Konkurrenten und Volkswagen selbst würdigten Piechs Verdienste am Montagvormittag in zahlreichen Mitteilungen und Beileidsschreiben.

Der in Wien geborene Piëch stand viele Jahre mitten im Machtzentrum des VW-Konzerns. Der frühere Audi-Chef war von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender von Volkswagen und führte danach lange Zeit den Aufsichtsrat - als maßgeblicher Protagonist der Familien Porsche und Piëch, der VW-Großaktionäre. Seine Macht schien zeitweilig unbegrenzt, 2012 hievte er sogar seine Frau Ursula in den VW-Aufsichtsrat. Piëch galt als mächtiger Strippenzieher und Königsmacher hinter den Kulissen.

2015 warf er den Aufsichtsratsposten bei VW im Streit hin

Der detailverliebte Autonarr lenkte das immer größer werdende VW-Imperium schließlich zusammen mit dem damaligen Konzernchef Martin Winterkorn mit strenger Hand, ehe er sich von seinem Lebenswerk entfremdete. Im Jahr 2015 sorgte er mit der Äußerung für Aufsehen, er sei "auf Distanz" zum damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn - er verlor schließlich den Machtkampf und warf im Zorn hin. Winterkorn, ein enger Vertrauter Piëchs, aber musste 2015 zurücktreten, im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden des Dieselskandals. Nachfolger wurde Matthias Müller.


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Ostern 2017 wurde Piëch 80 Jahre alt. Zum Geburtstag würdigte VW die Verdienste des Automanagers: "Ferdinand Piëch hat das Automobil, unsere Industrie und den Volkswagen-Konzern in den vergangenen fünf Jahrzehnten maßgeblich geprägt", sagte ein VW-Sprecher. "Sein Lebenswerk ist gekennzeichnet von mutigem Unternehmertum und technologischer Innovationskraft." Piëch hatte zuvor sein milliardenschweres Aktienpaket an der VW-Dachholding Porsche SE an Verwandte verkauft.

wed/mg/dpa-afx

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