Eine Ausfahrt im Maserati Levante Ein warmer Wind von einem Auto

Fletscht die Zähne: der Levante, der "Maserati unter den SUVs"

Fletscht die Zähne: der Levante, der "Maserati unter den SUVs"

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Der erste SUV der Fiat-Tochter: Eine Ausfahrt im Maserati Levante

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Das wohl größte Kompliment an Maseratis neuen Levante ist ein Luftloch. Eine gute Stunde lang hat mich das SUV durch den nordöstlichen Hamburger Speckgürtel getragen. Eine Stunde, in der der 2-Tonnen-Wagen so rasant durch die vielen Kurven und Kreisverkehre gerauscht ist, dass mein Fuß beim Aussteigen kurz in der Luft nach Halt sucht. Huch, meldet sich mein Unterbewusstsein, so hoch ist dieses Auto?

Weit nach Porsches Cayenne- und Macan-Erfolgen will Maserati mit dem Levante am SUV-Hype teilhaben. Der erste Maserati mit Anhängerkupplung soll schnell zum großen Volumenmodell der Fiat-Tochter werden. Markenchef Harald Wester rechnet im kommenden Jahr mit gut 30.000 Verkäufen. Der Levante würde damit fast genauso häufig ausgeliefert wie alle anderen Modelle mit Dreizack im Kühlergrill.

Entsprechend massentauglich muss das SUV daherkommen. Diesen Anspruch unterstreicht das Marketing geradezu lyrisch: Levante sei "ein warmer mediterraner Luftstrom, der von einem sanften Hauch unversehens zu einem starken Sturm anschwellen kann", schreibt der Hersteller über den Namensgeber des ersten Maserati-SUVs.

Seiden-Sitzbezüge, aber Plastik im Armaturenbrett

Dass der Name dem Charakter des Autos tatsächlich nahe kommt, zeigt die Fahrt auf der Landstraße hinter Stapelfeld. Im einen Moment brummen wir entspannt hinter einem Lieferwagen der Deutschen Post her - einen Kickdown später hat der 275 PS starke Diesel das gelbe Hindernis bereits weit hinter sich gelassen. Ideal für solche Überholmanöver: Der 3-Liter-Motor bringt sein maximales Drehmoment von 600 Newtonmetern schon bei 2000 Umdrehungen auf die Straße. Einzig die Lenkung könnte im Sportmodus noch etwas weniger weich ausfallen.

Auch auf gröberen Untergründen fühlen sich die Insassen wohl: Die serienmäßige Luftfederung erlaubt insgesamt fünf unterschiedliche Niveaus, zwischen der sportlichsten und der gefedertsten Einstellung liegen zwölf Zentimeter. Selbst tiefere Schlaglöcher machen dem Rücken nichts aus - auf Kopfsteinpflaster wird es allerdings recht laut im Wagen. Gleiches gilt für Geschwindigkeiten jenseits der 120 km/h.

Das dürften Fans der für ihren Motorsound bekannten Marke jedoch verschmerzen - zumal ein Soundgenerator das Brummen und Blubbern in den Innenraum leiten soll. Im Testfahrzeug klappte das allerdings nicht.

"Der Maserati unter den SUVs" soll er sein, der Levante. Eine Stunde auf norddeutschen Landstraßen zeigt: Diesem Anspruch wird der Wagen gerecht, wenngleich etwa der hydraulischen Lenkung einige bei der Konkurrenz bereits etablierte Assistenzsysteme zum Opfer fallen. Auch wirkt das Innere weit weniger vornehm, als es der klangvolle Markenname erwarten lassen könnte. Das Plastik des Armaturenbrettes könnte auch in einem Ford verbaut sein. Darüber könnten auch die bestellbaren Seidensitzbezüge des Edelschneiders Zegna nicht hinwegtäuschen.

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Der erste SUV der Fiat-Tochter: Eine Ausfahrt im Maserati Levante

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