Neuzulassungen im Oktober Europas Automarkt wächst weiter - Deutsche Hersteller vorn

Die Pkw-Nachfrage in Europa steigt stetig: Im Oktober wurden 6,5 Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen als vor einem Jahr. Deutsche Hersteller hatten die Nase vorn - der Abstand zur Konkurrenz soll sogar noch wachsen.
VW Passat: Die Wolfsburger bauten ihre Stellung weiter aus, BMW und Daimler büßten geringfügig ein

VW Passat: Die Wolfsburger bauten ihre Stellung weiter aus, BMW und Daimler büßten geringfügig ein

Foto: Volkswagen

Hamburg - Die Pkw-Nachfrage in Europa hat sich weiter berappelt: Im Oktober kamen in der EU fast 1,1 Millionen Autos neu auf die Straßen. Das waren 6,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie der europäische Herstellerverband ACEA mitteilte. Damit war der Oktober der 14. Wachstumsmonat in Folge. Von Januar bis Oktober wurden EU-weit gut 6 Prozent mehr Neuwagen zugelassen als im Vorjahreszeitraum.

Das Niveau von vor der Krise hat der Markt damit jedoch längst noch nicht erreicht. In absoluten Zahlen beträgt die Differenz zum Vergleichszeitraum 2008 nach Berechnungen der Beratungsfirma EY mehr als 1,8 Millionen Autos. Damit habe der Neuwagenmarkt den Krisenmodus noch nicht verlassen, sagte deren Autoexperte Peter Fuß.

Im vergangenen Monat kletterte der Absatz in vier der fünf größten EU-Länder. In Deutschland wurden 3,7 Prozent mehr Neuwagen zugelassen. In Spanien und Großbritannien wuchs die Pkw-Nachfrage sogar zweistellig. In Italien legte sie mit 9 Prozent sogar überraschend stark zu. Lediglich in Frankreich schrumpften die Pkw-Verkäufe um 3,8 Prozent.

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Dabei festigten die deutschen Hersteller ihre Position: Zusammen legten Volkswagen , BMW  und Daimler  laut EY im bisherigen Jahresverlauf um 6 Prozent zu und konnten ihren Marktanteil auf dem Rekordwert des Vorjahres von knapp 37 Prozent halten. Marktführer VW baute seine Stellung weiter aus, inzwischen kommt jeder vierte in der EU verkaufte Wagen von einer Marke des Wolfsburger Konzerns. Dagegen büßten BMW und Daimler jeweils geringfügig ein.

Deutsche Autobauer dürften überdurchschnittlich profitieren

Wie stark die Krise am europäischen Automarkt die Gewichte zwischen den Herstellern verschoben hat, zeigt eine langfristige Analyse: Demnach baute der Volkswagen-Konzern seinen Marktanteil seit 2007 um 5,9 Prozentpunkte aus.

Anteile verloren haben dagegen der französische Zwei-Markenkonzern PSA Peugeot Citroën , die Opel-Mutter General Motors  und Ford . Lediglich Renault  konnte dank der Billigmarke Dacia etwas zulegen. Auch die beiden koreanischen Hersteller Hyundai und Kia steigerten ihren Anteil.

"In den vergangenen Jahren wurden die Karten in der europäischen Autoindustrie neu gemischt: zugunsten der deutschen und zulasten der US-Hersteller", fasste Fuß zusammen. Vom Wachstum in den kommenden Jahren dürften die deutschen Autobauer daher überdurchschnittlich profitieren.

In den nächsten Monaten rechnet EY allerdings mit einem schwächeren Wachstum: "Die Konjunkturaussichten haben sich zuletzt stark verdüstert, was auch die Autobranche belasten wird." Der Aufschwung am europäischen Automarkt sei in erster Linie auf Aufholeffekte in den Krisenländern zurückzuführen. "Er bleibt aber schwach und anfällig für einen erneuten konjunkturellen Rückschlag, der heute wieder wahrscheinlich erscheint", sagte Fuß.

Dagegen wuchs die Nachfrage in China und den USA in den ersten zehn Monaten kräftig. Auf dem nach der Volksrepublik weltweit zweitgrößten Pkw-Markt USA hoffen die Autohändler sogar auf etwas bessere Geschäfte als bisher erwartet, weil sich die Wirtschaft insgesamt positiv entwickelt. In China dürfte sich das Wachstum nach Einschätzung von Experten dagegen verlangsamen.