Elon Musk vor Gericht "Ich habe niemals Investoren täuschen wollen"

Im Betrugsprozess gegen Elon Musk wegen irreführender Tweets zum Elektroautobauer Tesla hat der Milliardär alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Er habe nur "seine persönliche Überzeugung ausgedrückt", erklärte Musk vor dem Gericht in San Francisco.
Muss sich wegen seiner Tweets vor Gericht verantworten: Eine Niederlage könnte für Tesla-Chef Elon Musk teuer werden

Muss sich wegen seiner Tweets vor Gericht verantworten: Eine Niederlage könnte für Tesla-Chef Elon Musk teuer werden

Foto: RYAN LASH / AFP

Im Betrugsprozess gegen Elon Musk (51) wegen irreführender Tweets zum Elektroautobauer Tesla hat der Unternehmenschef alle gegen ihn erhobenen Anschuldigungen als "skandalös" zurückgewiesen. Er habe "niemals" Investoren täuschen wollen, versicherte Musk am Montag vor dem zuständigen Gericht in San Francisco. Er habe mit seinen umstrittenen Tweets seine damalige persönliche Überzeugung ausgedrückt – und niemanden betrügen wollen.

Musk hatte im August 2018 im Kurznachrichtendienst Twitter angekündigt, Tesla für einen Preis von 420 Dollar pro Aktie von der Börse nehmen zu wollen. Die Finanzierung dafür sei "gesichert". Die Ankündigung sorgte für starke Kursschwankungen der Tesla-Aktie , später machte Musk aber einen Rückzieher. Es wurde deutlich, dass die Finanzierung alles andere als gesichert war. Investoren verklagten Musk daraufhin.

Der zuständige Richter Edward Chen entschied bereits im vergangenen Jahr, dass die Behauptungen in Musks Tweets von Anfang August 2018 falsch gewesen seien. Die Geschworenen sollen nun aber entscheiden, ob Musk wissentlich falsche Angaben machte sowie, ob sie relevant für Entscheidungen der klagenden Anleger waren und sie tatsächlich Geld kosteten. Eine Niederlage in dem Prozess kann für Musk teuer werden.

Musk war überzeugt, dass die Finanzierung gesichert sei

Zu den Vorwürfen sagte Musk nun vor Gericht, er habe nicht geschrieben, dass die gesicherte Finanzierung "ein Fakt" sei. Er habe nur seine persönlichen Gedanken geäußert. Und seiner Überzeugung nach sei die Finanzierung gesichert gewesen. Zum einen habe der staatliche Investitionsfonds von Saudi-Arabien davor die volle Unterstützung eines solchen Deals zugesichert. Zum anderen habe er selbst den nötigen Spielraum gehabt, um mit einem Verkauf von Anteilen seiner Weltraumfirma SpaceX genug Geld zu haben.

In der Befragung durch den Kläger-Anwalt gab Musk allerdings zu, dass der saudische Investitionsfonds erst aus seinen Tweets den vorgeschlagenen Preis von 420 Dollar je Aktie erfahren habe. Der Fonds forderte danach auch schriftlich mehr Details zu dem Plan an, weil man sonst nicht über eine Beteiligung an dem Deal entscheiden könne. Musk nannte das ein "Zurückrudern" von früheren Zusagen.

Sorge vor Berichterstattung

Musk gab auch an, die Tweets aus Sorge abgesetzt zu haben, dass die Zeitung "Financial Times" den beabsichtigten Deal enthüllen könnte. Zugleich gab er zu, dass er nicht wusste, was genau der Zeitung bekannt gewesen sei – tatsächlich berichtete das Blatt an dem Tag nur, dass der saudische Fonds bei Tesla mit einer Beteiligung eingestiegen sei. Von Plänen für einen Rückzug von der Börse war im Artikel keine Rede.

Die Tweets zu Tesla hatten Musk auch Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC eingehandelt. Er musste im Zuge einer Vereinbarung den Vorsitz über den Tesla-Verwaltungsrat abgeben, eine Strafe von 20 Millionen Dollar zahlen und sich fortan Tweets zu Tesla von einem Juristen absegnen lassen.

Der jetzige Prozess kommt für Musk zu einer schlechten Zeit. Der Wert der Tesla-Aktie hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren. Kritiker werfen dem streitbaren Unternehmer vor, sich zu sehr auf den Kurznachrichtendienst Twitter zu konzentrieren, den er Ende Oktober für 44 Milliarden Dollar gekauft hatte, und dabei Tesla zu vernachlässigen.

mg/AFP, dpa-afx
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