Mutterliebe bei Tesla Mama Musk verbreitet Verschwörungstheorien

Die Mutter von Elon Musk ist unglücklich über die miese Presse des Tesla-Konzerns. Nun schlägt Maye Musk zurück: Auf Twitter unterstellt sie der "New York Times" und Co. Käuflichkeit.
Tesla-Chef Elon Musk kann weiter auf die Unterstützung seiner Mutter bauen

Tesla-Chef Elon Musk kann weiter auf die Unterstützung seiner Mutter bauen

Foto: REUTERS

Als Elon Musk noch nicht Tesla-Chef und Multimilliardär war, sondern Mitte der Neunzigerjahre mit Bruder Kimbal in Kalifornien ein erstes Start-up hochzog, kam Mutter Maye regelmäßig aus Kanada angereist - mit Lebensmitteln, Papier und ihrem letzten Ersparten im Gepäck, so hat sie das einmal dem Magazin "Forbes" erzählt.

Fast drei Jahrzehnte später hat Maye Musk erneut den Eindruck, ihr Sohn bedürfe ihrer Unterstützung, zumindest moralisch. Seit Anfang Oktober twittert Musk - selbst als Fotomodell und Ernährungsexpertin erfolgreich - über die Errungenschaften von Tesla, und teilt gegen Medien aus, die über den Konzern ihres Sohnes zu kritisch berichten, wie ihr scheint.

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Tatsächlich hat Tesla durchaus einige Erfolgsnachrichten zu vermelden. Der Konzern hat etwa gerade dieSchallmauer von 100.000 ausgelieferten Fahrzeugen des Typs Model-3 durchbrochen.

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Dennoch fielen die meisten Schlagzeilen über den Konzern ihres Filius zuletzt negativ aus. Das sei unfair, beklagt Musk. Ihre Mutterliebe treibt allerdings gelegentlich durchaus zweifelhafte Blüten: So suggeriert sie mit einem Tweet, die "New York Times" stecke womöglich mit Amerikas Ölindustrie unter einer Decke - anders sei die zu "100 Prozent negative" Berichterstattung der Zeitung ja gar nicht zu erklären.

Die Möglichkeit, die positiven Entwicklungen bei Tesla könnten womöglich schlicht untergegangen sein im Strudel der Schrulligkeiten von Elon Musk - etwa seine Pädophilie-Attacke auf einen Taucher, sein Börsenturbulenzen auslösender Marihuana-Tweet oder seine Tiraden gegen die Börsenaufsicht - zieht Mutter Musk offenbar nicht in Betracht.

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Nicht weniger zimperlich geht Maye Musk mit der auf Wirtschaftsthemen spezialisierte Nachrichtenagentur Bloomberg ins Gericht: So verbreitet sie die Verschwörungstheorie, ein Ölkonzern habe Geld bezahlt, um einen Bloomberg-Bericht über ein Mercedes-Konkurrenzmodell zu Tesla prominent bei Twitter zu platzieren.

Dabei ist der angebliche Beweis per Screenshot wohl eine Fälschung. Gesponserte Tweets werden auf Twitter lediglich mit einem Wort gekennzeichnet: "promoted". "Promoted by ExxonMobil" hingegen taucht bei Twitter nicht auf.

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Dieser und andere Tweets sind mit dem Hashtag #pravduh versehen. Das ist einerseits eine Verballhornung des russischen Wortes "Prawda - Wahrheit", die Elon Musk offenbar gefällt. "Prawda" war auch der Titel eines der wichtigsten Propaganda-Organe in der 1991 untergegangenen Sowjetunion.

Womöglich ist das ein etwas unglücklich gewähltes Label für Aufrufe zu mehr Wahrhaftigkeit.