Freitag, 24. Mai 2019

Prominenter Short-Seller verklagt Tesla und Musk Tesla stürzt - zwei Abgänge und siebte Klage gegen Musk

Tesla-Chef Elon Musk

2. Teil: Musk habe "künstlich mit objektiv falschen Tweets manipuliert"

Leerverkäufer leihen sich Aktien, von denen sie glauben, dass sie überteuert sind. Sie verkaufen die Papiere dann und hoffen, sie später zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen zu können, um so einen Gewinn zu erzielen. Sie setzen also auf fallende Kurse.

Tesla ist ein beliebtes Ziel der Leerverkäufer. Elon Musk hat gegen die Investoren in der Vergangenheit bereits häufig auf Twitter geschossen.


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Kläger Left ist der Meinung, dass Musk mit seinem Verhalten gegen die Bundeswertpapiergesetze verstoße: "Der Angeklagte Musk hat den Preis von Tesla-Wertpapieren künstlich mit objektiv falschen Tweets manipuliert". In den folgenden Tagen nach den Tweets sei das betrügerische Vorhaben aufgedeckt worden. Konkret bezieht sich der Investor auf die Zeit zwischen dem 7. und dem 17. August, in der er für mehrere Millionen Dollar Tesla-Aktien ge- und verkauft haben will.

Musk spricht von "Explosionen" in seinem Kopf - Podcast mit Joe Rogan

Tesla-Chef Musk hat unterdessen über seinen unablässig arbeitenden Erfindergeist gesprochen. Die immer neuen Ideen in seinem Kopf seien wie "nicht endende Explosionen", sagte Musk während eines Podcasts mit dem Komiker Joe Rogan in der Nacht zum Freitag. Als kleiner Junge habe er sich gefragt, ob er verrückt sei, weil es anderen Menschen offenbar nicht so erging wie ihm.

"Ich glaube, du willst nicht notwendigerweise ich sein", sagte Musk zu seinem Gesprächspartner. "Du würdest das nicht besonders mögen." Vielleicht sei es am Anfang "toll", "aber was, wenn es nicht mehr aufhört?" Während des weitschweifigen Gesprächs mit Rogan paffte Musk eine ihm angebotene Zigarette mit einer Tabak-Marihuana-Mischung (2:10:15). "Ich rauche Gras normalerweise nicht, fast nie", sagte der US-Unternehmer. "Ich finde nicht, dass es gut für die Produktivität ist. Es ist wie eine Tasse Kaffee im Rückwärtsgang." In Kalifornien ist Cannabis-Konsum nicht illegal.

Kritik an Musk nimmt zu

Die Kritik an Musk häuft sich allerdings trotzdem. Der Aufsichtsrat soll wegen der nächtlichen Twitter-Sessionen besorgt sein, auch sei einigen der Mitglieder bewusst, dass Musk manchmal Freizeitdrogen nähme. Das impulsives Verhalten des Tesla-Chefs verunsichert außerdem Anleger und sorgt für starke Schwankungen an der Börse, die heute zu einem Extrem geführt haben.

Musk fiel zuletzt nicht nur wegen seiner Tweets zum Delisting von Tesla negativ auf. Der "New York Times" gab der CEO ein Interview, indem er von dem "schlimmsten Jahr seiner Karriere" und der Überlastung sprach. Er sagte, regelmäßig das Schlafmittel Ambien zu nehmen. Das Medikament kann abhängig machen und die mentale Leistung schwächen. Auch das Interview führte zu einem Abrutsch an der Börse.

Das Verhalten des Milliardärs empfinden immer mehr Beobachter als ausfällig: Gerade erst beschimpfte Musk erneut einen Taucher, der Kinder in Thailand aus einer Höhle gerettet hatte und nannte ihn "Kindervergewaltiger". Den Buzzfeed-Journalisten, der Musks E-Mail mit den Beschimpfungen veröffentlichte, bezeichnete er als "verdammtes Arschloch".

Der Artikel wurde nachträglich mit aktuellen Informationen ergänzt.

Mit Material von Reuters

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