Freitag, 10. April 2020

Auto- und Akkuwerk in Brandenburg Sechs Antworten zu Teslas deutschem Riesenwerk

Tesla-"Gigafactory" in Shanghai: Das in 8 Monaten errichtete Werk dient als Vorbild für Teslas deutsche Pläne

7. Teil: Was werden die Berliner und Brandenburger davon haben?

Berliner Politiker versprechen sich tausende Jobs von dem Tesla-Werk. Zwischen 6000 und 7000 Arbeitsplätze sollen alleine in der Fabrik in Brandenburg entstehen, erklärte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. Und das von Musk angekündigte Designzentrum in Berlin werde wohl auch "ein paar hundert, wenn nicht gar ein paar tausend" Angestellte haben.

Diese Rechnung kann aber nur stimmen, wenn Tesla in dem Werk tatsächlich hunderttausende Fahrzeuge pro Jahr herstellt. Zwar hat Tesla in seiner Gigafactory 1 tatsächlich Wort gehalten und 6500 Jobs geschaffen. Zuletzt musste das Unternehmen allerdings kräftig sparen und dürfte wohl auch in der Gigafactory einige Leute entlassen haben.

Denn für Produktion von Lithium-Ionen-Zellen werden vergleichsweise wenige Leute benötigt, da sie sich gut automatisieren lässt. So will etwa CATL bei seiner Erfurter Fabrik mit gerade mal 1000 Angestellten auskommen.

Etwas anders sieht das bei der Herstellung ganzer Autos aus. Ursprünglich wollte Musk die Kosten für das Model 3 auch durch den massiven Einsatz von Robotern niedrig halten. Das klappte am Anfang allerdings kaum, weshalb er offenbar ein Stück weit zum traditionellen Herstellungsmodell der Autobranche zurückkehren musste. Und die Autobauer benötigen trotz aller Automation noch immer tausende menschliche Arbeiter in ihren Werken. Insofern könnte die Zahl am Ende durchaus stimmen.

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