Sonntag, 26. Januar 2020

Auto- und Akkuwerk in Brandenburg Sechs Antworten zu Teslas deutschem Riesenwerk

Tesla-"Gigafactory" in Shanghai: Das in 8 Monaten errichtete Werk dient als Vorbild für Teslas deutsche Pläne

6. Teil: Warum entscheidet sich Tesla für das Hochlohnland Deutschland?

Bei seinem Auftritt in Berlin versuchte sich Musk selbst an einer Erklärung: "Jeder weiß, das deutsche Ingenieurskunst herausragend ist", lobte Musk. "Das ist auch ein Mitgrund, warum wir unsere europäische Gigafactory in Deutschland ansiedeln." Vermutlich haben aber wohl noch andere Gründe den Ausschlag gegeben.

Bei seiner ersten Gigafactory erhielt Musk vom Staat Nevada umfassende Steuererleichterungen. Vermutlich haben die Brandenburger Musk ähnliches offeriert. Die hohen Arbeitslöhne in Deutschland dürften für Tesla nicht so stark ins Gewicht fallen. Die Batteriezellenfertigung gilt als vergleichsweise wenig personalintensiv. An seinen Auto-Produktionsstraßen wird Tesla zwar wohl tausende gutbezahlte Beschäftigte benötigen. Doch als Premiumhersteller verlangt Tesla ohnedies höhere Preise für seine Fahrzeuge, da ist er nicht auf die Produktion in einem sehr günstigen Land angewiesen.

Zudem kann Tesla in Deutschland wohl schneller als in Osteuropa ebenso erfahrene wie qualifizierte Arbeitskräfte rekrutieren. Für Teslas US-Angestellte ist eine Auslandsstation in Berlin wohl deutlich attraktiver als in einer Provinzstadt irgendwo im östlichen Europa. Und die Kalifornier hat mit einer Produktion in Berlin auch einen wichtigen Marketingvorteil. Denn künftig werden ihre Model 3 und Model Y für Europa eben "made in Germany" sein. Solchen Autos gestehen Autokäufer von Anfang an einen höhere Qualitätsstandard zu als einem etwa in Rumänien, Serbien oder Ungarn gefertigten Elektroauto.

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