Mittwoch, 22. Januar 2020

Auto- und Akkuwerk in Brandenburg Sechs Antworten zu Teslas deutschem Riesenwerk

Tesla-"Gigafactory" in Shanghai: Das in 8 Monaten errichtete Werk dient als Vorbild für Teslas deutsche Pläne

4. Teil: Wie weit stimmt Teslas "Giga"-Anspruch noch?

Aktuell produziert Tesla in seiner Gigafactory 1 tatsächlich einen substanziellen Teil aller weltweit hergestellten Lithium-Ionen-Zellen. Die in Nevada gefertigten Zellen kommen ausschließlich in Tesla-Fahrzeugen zum Einsatz. Deutsche Hersteller kaufen die Zellen für ihre Elektroautos von asiatischen Herstellern zu, vorwiegend von den koreanischen Anbietern LG Chem und Samsung SDI sowie von Chinas CATL.

Die Faustregel, dass Tesla alleine angeblich gut die Hälfte aller weltweit produzierten Zellen herstellt, dürfte sich aber sehr bald ändern. Der Volkswagen-Konzern alleine beziffert seinen jährlichen Batteriezellenbedarf bis 2025 auf jährlich 150 GWh in Europa und auf noch einmal so viel in Asien. Das wären rechnerisch gut neun Gigafactories.

Kein Wunder, dass in ganz Europa nun Batteriezellenfabriken entstehen. Zum einen fördert die deutsche Bundesregierung die Errichtung von Zellenwerken, zwei Verbünde haben sich bereits formiert. Zum anderen bauen asiatische Lithium-Ionen-Zellenspezialisten eigene europäische Werke. Der chinesische Anbieter CATL plant ein großes Zellenwerk im thüringischen Erfurt, das im Endausbau bei 100 GWh Jahreskapazität anlangen könnte. LG Chem baut eine Batteriefabrik im polnischen Breslau auf, die im Endausbau bis zu 70 GWh jährliche Zellen-Produktionskapazität schaffen soll.

Das von ehemaligen Tesla-Managern gegründete Start-Up Northvolt, an dem sich Volkswagen beteiligt hat, will in seinem geplanten schwedischen Werk ab 2023 auf 32 GWh Jahreskapazität kommen. Ganz so riesig bei der Batteriezellenproduktion, wie der Name suggeriert, sind Teslas "Gigafactories" in Zukunft also kaum mehr.

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