Donnerstag, 9. April 2020

Auto- und Akkuwerk in Brandenburg Sechs Antworten zu Teslas deutschem Riesenwerk

Tesla-"Gigafactory" in Shanghai: Das in 8 Monaten errichtete Werk dient als Vorbild für Teslas deutsche Pläne

3. Teil: Was genau ist "Giga" an Teslas Fabriken?

Die Bezeichung "Gigafactory" hat Tesla ganz bewusst gewählt - denn schon ihr erstes Batteriewerk, die "Gigafactory 1" in Nevada, sollte alle anderen Lithium-Ionen-Zellproduktionsstätten übertrumpfen. Nicht nur bei der schieren Grundfläche von 540.000 Quadratmetern, sondern auch beim Output von Lithium-Ionen-Zellen: Der soll im Endausbau, der ursprünglich für Ende 2020 vorgesehen war, bei 35 GWh jährlich liegen - genug für 500.000 Elektroauto-Akkupacks pro Jahr. Das allein, so hieß es bei der Vorstellung der Pläne vor fünf Jahren, würde der gesamten weltweiten Lithium-Ionen-Zellenproduktion des Jahres 2013 entsprechen.

Ihre volle vorgesehene Produktionskapazität hat die Gigafactory 1 aber wohl noch nicht erreicht. Es gab auch einige Unstimmigkeiten zwischen Tesla und seinem Zellenherstellungs-Partner Panasonic hinsichtlich der Produktivität der bereits installierten Anlagen. Teslas "Gigafactory 2" genanntes Werk in Buffalo, New York stellt vorwiegend Solarziegel und Photovoltaik-Module her.

Für die neue "Gigafactory 3" in Shanghai hat Tesla bislang nur Zahlen zu den dort vorgesehenen Auto-Produktionskapazitäten genannt: In Phase 1 sollen jährlich 250.000 Fahrzeuge vom Band laufen, in voller Ausbaustufe dann doppelt so viele. Die benötigten Akkus dafür will Tesla selbst im Werk herstellen, hat dafür aber keine Gigawattzahlen genannt.

Weniger "giga" sind Teslas neue Werke bislang allerdings bei der Zahl der Beschäftigten. Die Gigafactory 1 kommt auf rund 6500 Arbeitsplätze nur für die Batteriefertigung, im Shanghaier Batterie- und Autowerk sollen es zwischen 7000 und 8000 Mitarbeiter werden. In Grünheide sollen laut brandenburgischer Landesregierung zunächst rund 3000 Arbeitsplätze entstehen, im Endausbau sollen es bis zu 8000 werden. Tesla will bei Berlin Batteriezellen, Antriebsstränge und bis zu 500.000 Autos pro Jahr fertigen.

Zum Vergleich: Der Stammsitz von Volkswagen in Wolfsburg, eine der größten Autofabriken weltweit, kommt auf 55.400 Mitarbeiter. Nur ein Teil davon ist direkt in der Autoproduktion tätig. Doch in Wolfsburg laufen jährlich rund 800.000 Fahrzeuge von den Bändern. In BMWs Werk in Regensburg arbeiten rund 9000 Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr 320.000 Fahrzeuge gebaut haben.

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