Freitag, 10. April 2020

Auto- und Akkuwerk in Brandenburg Sechs Antworten zu Teslas deutschem Riesenwerk

Tesla-"Gigafactory" in Shanghai: Das in 8 Monaten errichtete Werk dient als Vorbild für Teslas deutsche Pläne

2. Teil: Welche Eckdaten sind zu Teslas Auto- und Akkuwerk gesichert?

Von Tesla-Seite aus nur sehr wenige. Musks Auftritt bei der Preisverleihung dauerte nur wenige Minuten, zu Details äußerte er sich weder auf der Veranstaltung noch via Twitter. Immerhin den Ort grenzte er klar ein: Die Tesla-Fabrik solle nahe des neuen Berliner Flughafens in Brandenburg stehen - und sie müsse "definitiv schneller fertig" werden als der Airport, scherzte er. Zudem will Tesla Börsen-Chart zeigen in Berlin auch ein Ingenieurs- und Designzentrum ansiedeln, erklärte Musk auf der Bühne.

Für seine Fabrik wird Tesla laut dem brandenburgischen Wirtschaftsminister Jörg Steinbach ein 300 Hektar großes Gelände in Grünheide nutzen, das vor mehr als einem Jahrzehnt schon mal für ein BMW-Werk im Gespräch war. Anders als bei Teslas erster "Gigafactory" sollen in der deutschen Fabrik nicht nur Batteriezellen, sondern komplette Fahrzeuge gefertigt werden. Laut einem Tweet von Musk soll die deutsche Fabrik mit der Produktion des kompakten Model Y beginnen. Dessen Marktstart ist in den USA für Herbst 2020 vorgesehen, die günstigere "Standard Range"-Basisversion soll ab Anfang 2021 produziert werden.

Laut Steinbach sollen die Bauarbeiten bereits im ersten Quartal 2020 losgehen, Tesla müsse dafür "mit Rekordgeschwindigkeit" Unterlagen einreichen. Produktionsstart des Werks soll bereits 2021 sein. Die Investitionen dafür liegen laut Landesregierung in mehrfacher Milliardenhöhe.

Dass Tesla ein neues Werk sehr schnell hochziehen kann, zeigte das Unternehmen in China: Die Grundsteinlegung für Teslas "Gigafactory" nahe Shanghai erfolgte Anfang Januar dieses Jahres, vor wenigen Tagen ist die Probefertigung der ersten Tesla-Autos in dem Werk angelaufen. Ein solches Bautempo dürfte aber in Deutschland schwieriger sein. Denn Arbeitskräfte sind hierzulande teurer und schlicht nicht in so großer Zahl verfügbar wie in China.

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