Freitag, 18. Oktober 2019

Politiker wollen ab 2030 nur noch abgasfreie Autos Deutschland ohne Diesel und Benzin - kann das funktionieren?

Elektro-Käfer: Ist ein Deutschland ohne Benzin und Diesel möglich?

6. Teil: Was wird aus den Tankstellen? Und wo bekommen Oldtimer-Fahrer noch Benzin?

Auch nach einem Verkaufsverbot für Diesel- und Benzinautos im Jahr 2030 würden Tankstellen zunächst weiterhin gebraucht. Denn bereits zugelassene derartige Wagen sind von den aktuellen Vorschlägen des Bundesrats und der Grünen nicht betroffen. Erst etwa 2050 sollen fast gar keine Autos mehr fahren, die Kohlendioxid ausstoßen.

Nach und nach würde der Absatz konventioneller Treibstoffe ab 2030 allerdings kontinuierlich zurückgehen, so dass sich die wirtschaftliche Lage der Tankstellen weiter verschlechtern würde. In schwach besiedelten Gebieten müsste der Vertrieb von Diesel und Benzin für ältere Wagen womöglich eingestellt oder subventioniert werden - oder der Preis stiege deutlich an.

Spätestens zur Mitte des Jahrhunderts dürften Besitzer von Oldtimern ein echtes Tankproblem bekommen. Denkbar wäre, dass sie nur noch Biotreibstoff in Kanistern bekommen - etwa im Baumarkt.

Tankstellenbetreiber würden noch stärker als bisher auf Services wie Gastronomie und Waschanlagen setzen. Das zeichnet sich bereits in Norwegen ab, wo der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen schon über 30 Prozent liegt und sich Tankstellenbetreiber schon auf den Ernstfall vorbereiten. Einerseits stellen sie verstärkt Schnellladesäulen auf, andererseits bauen sie das Servicegeschäft aus. "Wer bei uns lädt, bleibt etwa 20 bis 30 Minuten. Deshalb ist die Chance recht hoch, bei dieser Gelegenheit Artikel des täglichen Bedarfs zu verkaufen", sagt Tankstellen-Manager Anders Kleve Svela von Circle K (ehemals Statoil).

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