Montag, 17. Juni 2019

Politiker wollen ab 2030 nur noch abgasfreie Autos Deutschland ohne Diesel und Benzin - kann das funktionieren?

Elektro-Käfer: Ist ein Deutschland ohne Benzin und Diesel möglich?

4. Teil: Sind Autos dann noch bezahlbar?

Das ist weniger eindeutig. Bisher sind vor allem kleinere Elektroautos deutlich teurer als vergleichbare klassische Verbrenner. Ein Beispiel: Der neue, verbesserte Kleinwagen Renault Zoe (Reichweite bis zu 400 Kilometer) kostet in Deutschland knapp 33.000 Euro. Für den Preis bekäme der Kunde auch einen gehobenen Mittelklasse-Wagen mit Dieselmotor. Für einen Kleinwagen mit Verbrenner dürfte er um die 15.000 Euro ausgeben. In der Oberklasse hält Tesla mit Mercedes und BMW dagegen preislich schon mit.

Immerhin ist den vergangenen Jahren ein gewisser Preisverfall bei Elektro-Neuwagen zu beobachten. So hat Nissan den Preis für den Leaf um einige Tausend Euro gesenkt, auch Peugeot und Mitsubishi sind so vorgegangen. Dies ist vor allem sinkenden Batteriepreisen geschuldet, aber auch höheren Stückzahlen.

Manche Hersteller wie Renault oder BMW verbessern aber lieber ihre Elektroautos anstatt den Preis zu senken. Richtig günstige und reichweitenstarke Batteriewagen oder gar Brennstoffzellenautos für um die 10.000 Euro, die beispielsweise mit einem Dacia mithalten können, sind für die kommenden Jahre eher nicht in Sicht. Immerhin hat sich Renault dem Ziel verschrieben, einen solchen Wagen zu entwickeln.

Für die Batterieautos spricht ökonomisch, dass Strom pro Kilometer günstiger ist als Benzin oder Diesel. Dies könnte zusammen mit niedrigeren Wartungskosten einen höheren Kaufpreis von etwa 3000 Euro bei kleinen und bis zu 10.000 Euro bei großen Autos rechtfertigen. Dann müsste die Batterie aber auch Hunderttausende Kilometer lang halten. Bisherige Erfahrungen mit dem Tesla zeigen, dass dies schon jetzt möglich ist.

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