Mittwoch, 19. Juni 2019

E-Auto-Start-up Lucid spricht angeblich mit Staatfonds Chinas Tesla-Rivalen - einer hofft nun auf saudisches Geld

4. Teil: Byton - Hochkaräter-Start-up mit Massenhersteller-Ambitionen

Byton hat erste fahrfähige Prototypen bereits in den USA, China und Europa präsentiert

Was über das erste Modell bekannt ist: Seit Anfang 2018 einiges: Bytons erstes Modell wird ein Elektro-SUV, der in Standardausführung 400 Kilometer weit mit einer Batterieladung fahren und rund 45.000 Dollar kosten soll. Im Inneren bietet der Wagen einen 1,25 Meter breiten und 25 Zentimeter hohen Bildschirm über die gesamte Breite des Autos. Entriegeln lässt sich das Auto per Gesichtserkennung, bedienen durch Gesten- und Sprachsteuerung. Zum Marktstart soll der Wagen über längere Strecken komplett autonom fahren können.

Wann und wie Byton starten will: Bereits Ende 2019 soll das erste Byton-Modell in China auf den Markt kommen, 2020 soll der E-SUV auch in den USA und Europa erhältlich sein. Wie Byton-CEO Carsten Breitfeld uns kürzlich im Interview erklärte, soll Byton nicht für Beschleunigungsrekorde stehen - sondern für ein besonders intuitives Nutzungserlebnis an Bord. Anders als manche Konkurrenten geht Byton von Anfang an in den Massenmarkt - mit höheren Stückzahlen und einem Preis unter 50.000 Dollar. Auf dem künftigen Fabriksgelände in Nanjing steht bereits eine erste Produktionsstraße für den Prototypen-Bau. Geplant ist im Endausbau eine Produktionskapazität von 300.000 Autos jährlich, ab 2023 peilt Byton Vollauslastung an.

Wer im Führungsteam sitzt: Eine handverlesene Riege von Branchenkennern. Angeführt werden sie von Carsten Breitfeld, dem Ex-Entwicklungsleiter von BMWs Elektro-Hybridsportler i8. Byton-Marketingchef Wenders kommt wie ein Experte für Elektroantriebe ebenfalls von BMW. Zum Gründungsteam zählen mehrere hochrangige, ehemalige Tesla-Mitarbeiter. Mit Mark Duchesne ist auch jener ehemalige Toyota-Mann darunter, der Teslas Werk in Fremont von der Manufaktur zur Autofabrik ausbaute. Wolfram Luchner, einst Spitzenkraft in Googles Roboterauto-Projekt, wechselte ebenfalls zu Byton. Chefdesigner Benoit Jacob arbeitete zuvor in gehobenen Positionen für BMW und VW.

Wer das Start-up finanziert: Zu den Investoren zählen unter anderem der Apple-Auftragsfertiger Foxconn und Chinas Internetriese Tencent. Dem Gründerteam rund um Breitfeld gehört ein größerer Teil der Byton-Aktienanteile.

Wo es bereits knirscht: bislang sind noch keine gröberen Verwerfungen bekannt, das Gründerteam ist noch vollzählig an Bord.

Unsere erste Runden-Wertung: Bytons Chancen auf Erfolg im Massenmarkt stehen ziemlich gut, wenn sich der Markt für reine Elektroautos tatsächlich so schnell entwickelt wie erhofft. Anders als viele Konkurrenten will Byton nicht zuerst mit einem superschnellen Elektro-Showcar punkten, sondern direkt in die Massen-Produktion einsteigen. Dieser Schritt fällt vielen Autoherstellern schwer - doch Byton hat genau dafür ein hochrangiges Expertenteam an Bord.

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