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Aktuelles Reichweiten-Ranking: So weit kommen die Elektroautos

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Neue Batterien ermöglichen Langstrecken-Elektroautos Die Reichweiten-Revolution

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Aktuelles Reichweiten-Ranking: So weit kommen die Elektroautos

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Zugegeben: Es sind spektakuläre Auto-Studien, die Volkswagen (Kurswerte anzeigen), Daimler  und andere auf der Pariser Automesse vorgestellt haben. Stromlinienförmig, futuristisch und natürlich vollelektrisch sollen Fahrzeuge mit vielversprechenden Kürzeln wie I.D. (VW) oder EQ (Mercedes) in drei, vier Jahren über die Straßen rollen. Bis zu 600 Kilometern seien mit einer Akkuladung drin.

Klingt spektakulär - und lenkt doch von der eigentlichen Revolution in Paris ab. Diese präsentiert sich in Form von zwei Autos, die deutlich unprätentiöser daherkommen: Gemeint sind der Opel Ampera-e und der Renault Zoe.

Diese kommen unter Idealbedingungen 500 Kilometer (Opel) und 400 Kilometer (Renault) weit. Der entscheidende Unterschied zu den Glitzermodellen aus Stuttgart und Wolfsburg: Sie sind praktisch ab sofort zu kaufen und stellen fast alle sonst erhältlichen Elektroautos schon jetzt mit einem Schlag in den Schatten.

Im Vergleich zu diesen sind sie voraussichtlich auch nicht viel teurer (offizielle Angaben liegen noch nicht vollständig vor). So verlangt Renault für den Zoe lediglich rund 2500 Euro mehr als für das Vorgängermodell, das nur 240 Kilometer weit fährt. In Deutschland soll der neue Zoe etwa 32.000 Euro kosten - darin ist die Batterie bereits enthalten. Zuvor musste sie gemietet werden.

Der Schlüssel für mehr Reichweite: Deutlich bessere Batterien

Für den Ampera-e gibt es noch keine offizielle Preisangabe. In den USA verlangt Chevrolet für das Schwestermodell Bolt jedoch nur etwa 37.500 Dollar (etwa 33.500 Euro - in Europa dürfte der Wagen aufgrund von Zöllen und Steuern jedoch teurer sein). Zum Vergleich: Der Elektro-Golf von Volkswagen kostet in Deutschland 34.900 Euro, kommt aber offiziell nur 190 Kilometer weit.

Hauptgrund für die Reichweiten-Revolution sind bessere Batterien. Besonders deutlich wird dies am Renault Zoe: Der Akku ist fasst nun 41 Kilowattstunden (kWh)Strom statt vorher 22. Doch trotz fast doppelter Kapazität ist die Batterie nicht größer geworden. Und sie wiegt nur 22 Kilo mehr als das Vorgängermodell, nämlich nun 312 Kilogramm.

"Renault erreicht die Kapazitätssteigerung von 22 auf 41 Kilowattstunden vor allem durch den Einsatz neuer Reaktionssubstanzen in den Zellen, woraus sich eine höhere Energiedichte ergibt", heißt es beim Hersteller dazu. Die genauen Zutaten für die neue Lithium-Ionen-Batterie wollte Renaults Programmdirektor Elektrofahrzeuge, Eric Feunteun, im Gespräch mit manager-magazin.de zwar nicht verraten.

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In enger Zusammenarbeit mit dem koreanischen Zell-Lieferanten LG habe man aber die Mischungsverhältnisse bei Elektrolyt und Elektroden verändert, ohne dabei einen gänzlich neuen Cocktail zu mixen. Zudem hätten die Entwickler in der Batterie physische Platzreserven ausgemacht, so dass sie mehr aktives Material auf engerem Raum unterbringen konnten. Die Sicherheit soll die größere Energiedichte nicht beeinträchtigen, sagte Feunteun.

Eine ähnliche, wenn auch nicht ganz so bahnbrechende Verbesserung hatte zuletzt auch BMW erreicht. Das Elektromodell i3 verfügt nun über eine 33-Kilowattstunden-Batterie, bis Mitte des Jahres waren mehr als 22 kWh nicht drin. Das Auto fährt dank gewachsener Leistungsdichte der Batteriezellen nun bis zu 312 Kilometer weit statt zuvor 190. Wie bei Renault nimmt die Batterie nicht mehr Platz ein als zuvor und ist nur wenig schwerer.

Alle Hersteller weisen darauf hin, dass die offiziellen Reichweiten-Angaben gemäß dem Fahrzyklus NEFZ auf der Straße nur unter Idealbedingungen zu erzielen sind. Im Rahmen des realitätsnäheren Zyklus WLTP komme der Ampera-e statt auf 500 auf "mehr als 380 Kilometer", heißt es beispielswese bei Opel.

Legt Musk beim Model 3 eine Schippe drauf?

Bei Renault gelten 300 Kilometer als realistische Reichweite für den Zoe, BMW geht beim i3 von 200 Kilometern aus. All dies sind jedoch ebenfalls deutliche verbesserte Werte im Vergleich zu älteren Modellen.

Inzwischen gerät auch Elektroauto-Pionier Tesla unter Zugzwang. Das für Ende kommenden Jahres geplante Massenmodell Model 3 soll knapp 350 Kilometer weit mit einer Ladung kommen. Unternehmenschef Elon Musk dürfte sich mit dieser Angabe am etwas strengeren US-Fahrzyklus orientiert haben, gemäß europäischem Zyklus müssten gut 400 Kilometer drin sein.

Dennoch muss Musk seinen Kunden schon ein veritables Premium-Fahrzeug bieten, das sich von den in Paris gezeigten Kleinwagen deutlich abhebt - oder die technischen Eckdaten verbessern. Was allein die Reichweite angeht, könnte die Automesse in Paris ansonsten bereits den Zeitpunkt markieren, zu dem Tesla seinen Nimbus der Unschlagbarkeit verloren hat.

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