Mittwoch, 18. September 2019

Tesla am Scheideweg Die ungewohnten Probleme von Tesla-Chef Elon Musk

Tesla-Chef Elon Musk kündigt per Tweet eine Lösung für die "Reichweitenangst" an - und lenkt so von den wahren Wachstumsproblemen seines Unternehmens ab
Tesla-Chef Elon Musk kündigt per Twitter mal wieder Revolutionäres für seine Kunden an. Dabei muss Musk derzeit eher den Troubleshooter als den Heilsbringer spielen. Denn das Wachstum des Elektroauto-Pioniers läuft nicht gerade reibungslos ab.

Die Ankündigung, die Musk via Twitter verbreitete, fiel großspurig aus: "Tesla gibt am Donnerstag 9 Uhr morgens eine Pressekonferenz. Wir sind dabei, die Reichweitenangst zu beenden - per drahtlos übertragenem Softwareupdate für die gesamte Model S-Flotte", behauptete Musk keck.

Seither rätseln US-Medien, was Musk mit seiner kryptischen Ankündigung meinen könnte. Doch die spannendere Frage ist eine andere. Warum will Musk etwas beenden, was für Fahrer von Teslas gut 70.000 Euro teurem Model-S-Elektroauto bisher gar kein Thema sein sollte?

Die Furcht davor, im Alltag mit leerer Batterie hängenzubleiben, ist bei Model S-Besitzern wohl nicht allzu stark ausgeprägt. Mit dem stärkeren Akku und gemäßigter Fahrweise liegt die Reichweite bei deutlich mehr als 400 Kilometern pro Akkuladung.

In Wahrheit muss Musk bei Tesla derzeit ganz andere Probleme angehen, als seinen Kunden die Angst vor dem Liegenbleiben zu nehmen. Jahrelang ist es Musk gelungen, auch irrwitzig scheinende Pläne durchzuziehen. Er war dafür bekannt, seine Versprechen einzulösen. Doch zuletzt gelang ihm das nicht mehr so recht, Tesla verfehlte zuletzt Absatzprognosen und Umsatzerwartungen.

Nach jahrelangem Erfolg kämpft Tesla nun mit klassischen Wachstumsproblemen. Die folgenden Hürden muss Musk in den kommenden Monaten lösen, wenn er seine Erfolgsstory fortsetzen will.

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