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E-Auto-Prämie verpufft: Diese Karten zeigen, in welchen Ländern die Elektroautos Fahrt aufnehmen

Subvention verpufft vollständig Deutschland ist Europas kranker Mann bei Elektroautos

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Alles sollte besser werden dank der 4000-Euro-Subvention, mit der Staat und Industrie den Kauf von Elektroautos ankurbeln wollten. Doch einige Monate nach dem Start der Kaufprämie ist nicht nur klar, dass sie bisher floppt - Deutschland fällt seit Einführung des Zuschusses im europäischen Vergleich noch weiter zurück.

Von 1,73 Millionen Autos, die im ersten Halbjahr verkauft wurden, waren laut dem europäischen Autoindustrie-Verband Acea gerade einmal 10.524 an einer Steckdose aufladbar, also reine Batterieautos oder Plugin-Hybride. Die traurige Quote von 0,6 Prozent stagniert seit beinahe zwei Jahren. Und im zweiten Quartal sanken die Elektroauto-Zulassungen sogar im Vorjahresvergleich um 9 Prozent.

Autofahrer in anderen großen Ländern setzen dagegen zunehmend auf die neue Technik, wie die Acea-Daten zeigen: In Frankreich schlugen die Hersteller im ersten Halbjahr 55 Prozent mehr Elektroautos los. Gut 16.000 Fahrzeuge entsprechen einer E-Auto-Quote von 1,5 Prozent. Die Behörden in Großbritannien registrierten 32 Prozent mehr Stromer (19.500, das sind 1,4 Prozent aller Pkw). Um satte 73 Prozent legten die Zulassungen in Schweden zu (auf 5900 Fahrzeuge; Quote: 3,1 Prozent).

In der gesamten EU plus Norwegen und der Schweiz stieg die Zahl der zugelassenen Elektroautos um 17 Prozent auf gut 95.000 (Quote: 1,2 Prozent). Außer auf dem deutschen Markt schwächelte der Absatz auch in den Niederlanden und Dänemark, wo staatliche Vergünstigungen wegfielen.

In Deutschland haben Elektroautos einen besonderen Nachteil

"Insgesamt bestätigen sich die Befürchtungen, dass die Kaufprämie für Elektroautos nahezu wirkungslos verpuffen wird", urteilt Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM). Potenzielle Kunden würden weiterhin von der überwiegend geringen Reichweite der E-Autos abgeschreckt, daran änderten auch ein paar tausend Euro Staatszuschuss nichts. Berlin sollte zudem lieber mehr Geld in den Ausbau der Ladeinfrastruktur stecken.

Die deutsche Autoindustrie hat das Elektro-Fiasko offenbar zu einem guten Teil mit zu verantworten. Recherchen des "Stern" zufolge intervenierte  sie in Berlin gegen eine höhere Kaufprämie für E-Autos, wie sie die Regierung ursprünglich geplant hatte. In Frankreich zahlt der Staat Käufern von Stromfahrzeugen bis zu 10.000 Euro. Auf ähnliche Summen addieren sich Steuervergünstigungen in den USA.

Ein besonderer Nachteil für Elektroautos ist das fehlende Tempolimit auf Autobahnen. Bei Geschwindigkeiten oberhalb von 130 Stundenkilometer leert sich der Akku schnell, was angesichts ohnehin knapper Reichweiten besonders ärgerlich sein kann.

Weltweit legt der Elektroauto-Absatz weiter zu

Zwar verbrauchen auch Benzin- oder Dieselautos deutlich mehr Sprit bei hoher Geschwindigkeit. Selbst notorische Bleifüße kommen aber einige Hundert Kilometer weit - und können in fünf Minuten volltanken. Bei Elektroautos dauert der Ladevorgang mindestens 20 bis 30 Minuten.

Weltweit wächst der Markt für Elektroautos derweil weiter. In China haben die Hersteller laut CAM von Januar bis August 240.000 aufladbare Fahrzeuge verkauft (plus 123 Prozent, Marktanteil 1,7 Prozent). Auch in den USA zeigt die Kurve trotz niedriger Sprintpreise inzwischen wieder nach oben.

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