Fotostrecke

Lithium: Das weiße Gold

Foto: Doc Searls / CC BY 2.0

Kampf um Vorherrschaft bei Elektroautos Chinesen greifen nach weltgrößtem Lithium-Konzern

Fotostrecke

Lithium: Das weiße Gold

Foto: Doc Searls / CC BY 2.0

Chinesische Firmen greifen im Kampf um die Vorherrschaft bei Elektroautos mit voller Kraft an - und nehmen dabei zunehmend auch den Rohstoffsektor ins Visier. Der Metallproduzent Tianqi Lithium will seinen Anteil am größten Lithiumproduzenten der Welt, SQM aus Chile, deutlich ausbauen.

Wie die "Financial Times" (FT) berichtet , hat Tianqi ein Auge auf einen 23-Prozent-Anteil von SQM geworfen. Diesen kontrolliert bisher ein Investmentvehikel von Julio Ponce Lerouvon, einem Ex-Schwiegersohn des früheren Diktators Augusto Pinochet. Die Chinesen sind bereits mit einem kleineren Anteil in SQM investiert. Vor einigen Tagen hatten sie einen 2-Prozent-Anteil für 210 Millionen Dollar erworben.

Lithium kommt in Batterien für Smartphones, Rasenmäher oder Fotoapparate zum Einsatz. Zuletzt hat vor allem der einsetzende Boom für Elektroautos einen wahren Run auf das Metall ausgelöst. Diese beziehen ihre Energie ebenfalls aus Lithium-Ionen-Batterien. Der Preis für Lithium-Verbindungen ist in jüngster Zeit stark gestiegen.

Vor allem in China, aber auch in den USA und Europa, verkaufen Autohersteller eine wachsende Zahl von Elektroautos. Im vergangenen Jahr legte der Absatz um 70 Prozent auf 550.000 Stück zu.

Das entspricht zwar noch immer weniger als einem Prozent aller verkauften Pkw, doch weiteres Wachstum ist in Sicht. So präsentieren die großen Hersteller auf der Pariser Automesse derzeit zahlreiche reichweitenstarke Elektroautos.

Opel stellt den Ampera-e vor, der 400 Kilometer weit fahren soll. Renault hat einen neuen Zoe angekündigt, der 300 bis 400 Kilometer schaffen soll. Auch BMWs i3 hat zuletzt einen Reichweitenschub erhalten. An Bord der Autos sind immer kräftigere Batterien.

Von derzeit 35 Gigawattstunden soll der Bedarf an derartigen Batterien auf 122 Gigawattstunden im Jahr 2020 steigen, erwartet der Branchendienst Benchmark Mineral Intelligence. Bis 2020 soll der Weltmarkt 40 Milliarden Dollar groß sein, 2015 waren es 24 Milliarden.

Welche Elektroauto-Rohstoffe noch an Bedeutung gewinnen

Fotostrecke

Pariser Autosalon: Die wichtigsten neuen Modelle aus Paris

Auch andere Rohstoffe wie Graphit oder Kobalt geraten in den Blick der Autozulieferer aus China. Im Mai hat die Gruppe China Molybdenum eine große afrikanische Kupfermine gekauft, in der auch große Kobaltvorkommen lagern.

Der wachsende Einfluss in Chile sichert den Asiaten Zugriff auf die nach Expertenmeinung besten Lithium-Vorkommen der Welt. Das Metall lagert in Salzwasser in der Atacama-Wüste und lässt sich unter den dortigen Bedingungen günstig herstellen.

SQM hatte zuletzt allerdings Probleme, die Lithium-Produktion in der Atacama-Wüste auszubauen. Hintergrund ist ein Streit über möglicherweise zu wenig gezahlte Förderabgaben.

Analysten von China Southwest Securities rechnen laut "FT" damit, dass Tianqi seinen Anteil bei SQM weiter ausbauen wird, wenn der Streit mit der Regierung geklärt ist. "Das wird die Gewichte in der globalen Lithium-Industrie grundlegend verschieben."

Fotostrecke

Aktuelles Reichweiten-Ranking: So weit kommen die Elektroautos

Foto: Renault