E-Auto-Zulassungen in Westeuropa VWs E-Auto-Modelle ziehen an Tesla vorbei

Der Markt für Elektroautos boomt - und Volkswagen fährt in Westeuropa auch bei E-Autos Richtung Marktführerschaft: Laut einer Auswertung liegen die beiden ID-Modelle knapp vor Teslas Model 3. Auch der VW eUp hält sich in den Top 10.
Lädt und läuft: VWs ID.4 kommt in den ersten acht Monaten 2021 aus dem Stand auf 33.000 Neuzulassungen in Westeuropa

Lädt und läuft: VWs ID.4 kommt in den ersten acht Monaten 2021 aus dem Stand auf 33.000 Neuzulassungen in Westeuropa

Foto: MATTHIAS RIETSCHEL / REUTERS

Der weltweite Halbleitermangel setzt der Autobranche zwar nach wie vor kräftig zu. Immer wieder müssen die Hersteller Werke eine zeitlang stillegen, weil wichtige Teile fehlen. Bei einer Antriebsart konzentriert sich die Branche jedoch darauf, nach wie vor möglichst viele Fahrzeuge zu produzieren: Der Zulassungsboom von reinen Elektroautos ebbt in Europa nach wie vor nicht ab. Das zeigt eine neue Auswertung für Westeuropa für die ersten acht Monate 2021.

Von Januar bis August wurden in 18 westeuropäischen Ländern knapp 644.000 reine Elektroautos und 681.000 Plugin-Hybride verkauft. Das zeigt eine Marktstudie des E-Auto-Datenspezialisten Schmidt Automotive Research, die manager magazin vorliegt. Damit hat sich die Zahl der Neuzulassungen für E-Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Und der größte westeuropäische Automarkt ist auch bei der Zulassungszahl klar führend: In Deutschland wurden bis August über 200.000 Fahrzeugbriefe für reine E-Autos ausgestellt, bei Plugin-Hybriden waren es sogar noch ein paar tausend mehr. Zweitgrößter europäischer Markt für reine E-Autos ist derzeit Großbritannien, bei Plugin-Hybriden liegt Frankreich an zweiter Stelle:

Die Detailauswertung nach den meistzugelassenen reinen E-Modellen zeigt zudem, dass Volkswagen seinem Ziel der Marktführerschaft bei E-Autos in Westeuropa näher kommt. Zwar war Teslas Model 3 in Westeuropa zuletzt das mit Abstand meistverkaufte E-Mobil. Die Amerikaner haben in den ersten acht Monaten knapp 75.000 Stück ihrer E-Limousine verkauft, um gut zwei Drittel mehr als noch im Vorjahreszeitraum.

VWs Elektroauto-Angreifer ID.3 kommt mit zuletzt 44.000 Stück auf Platz zwei im Ranking nach Einzelmodellen. Allerdings hat VW seit Ende 2020 auch den SUV-Abkömmling ID.4 im Rennen, der zuletzt auf rund 33.000 Neuzulassungen in Westeuropa kommt. Zusammengenommen halten beide ID-Modelle bei 76.415 Neuzulassungen und lagen damit zuletzt knapp vor Teslas Model 3. Von seinem Elektro-Kleinwagen eUp verkaufte VW in den ersten acht Monaten 24.035 Stück. Insgesamt lag VW damit bei über 100.000 verkauften reinen Batterie-Elektroautos in 18 westeuropäischen Ländern.

Allerdings verkauft Tesla in Europa aktuell auch die Limousine Model S und den SUV Model X sowie seit August 2021 auch den vom Model 3 abgeleiteten Kompakt-SUV Model Y. Diese drei Tesla-Modelle schafften es nicht in die Top 20 der E-Auto-Neuzulassungen. Vom Model Y, so heißt es in dem Report, wurden zuletzt 3500 Fahrzeuge verkauft. Den 20. Platz im Neuzulassungsranking belegt Fords Mustang Mach E mit 11.995 Neuzulassungen. Teslas Model S und X können daher je auf nicht mehr als 11.994 Neuzulassungen kommen.

Das legt den Schluss nahe: Im Zweikampf zwischen Tesla und VW um die E-Auto-Verkäufe in Westeuropa haben die Wolfsburger aktuell die Nase vorn.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir die Zulassungszahlen von VWs E-Modellen ID3 und ID4 summiert und ausschließlich mit Teslas Model 3 verglichen. Auf Anregung eines Lesers haben wir den Vergleich nun auf alle E-Modelle beider Marken ausgeweitet.

wed