Montag, 1. Juni 2020

Billigakku für Elektroautos vor Marktreife in China Hat Tesla den Durchbruch beim Superakku geschafft?

Tesla-Bürogebäude in Fremont, Kalifornien
imago images/UPI Photo
Tesla-Bürogebäude in Fremont, Kalifornien

Eine möglichst lang hinausgezögerte Schließung des Hauptwerks, "Faschismus"-Pöbeleien via Twitter, und ein ziemlich öffentliches Tauziehen um Aufsperren seiner kalifornischen Autofabrik entgegen behördlicher Anordnung in der Coronakrise: In den letzten Wochen fielen der Elektroauto-Hersteller Tesla und sein Chef Elon Musk nicht gerade mit übertriebener Gesetzestreue oder gar Zurückhaltung auf.

Aufmerksamkeit bekam der gewiefte Unternehmer Musk so zuhauf, auch wenn er sein Weltenretter-Image damit eher lädierte. Zufällig, davon darf man bei Marketingprofi Musk ausgehen, passierten seine Twitter-Ausfälle und das Herabspielen der Coronavirus-Gefahren kaum. Viel zu gewinnen gab es bei den Twitter-Scharmützeln allerdings nicht. Oder doch?

Denn das Hin und Her lenkte die öffentliche Aufmerksamkeit weg von einem betriebswirtschaftlich viel wichtigeren Thema, bei dem Tesla möglicherweise einen wichtigen Durchbruch erzielt hat: den Kosten für leistungsstarke Batterien nämlich, die Elektroautos nach wie vor deutlich teurer machen als ihre Verbrenner-Konkurrenten.

Wie die Agentur Reuters vor kurzem mit Verweis auf Insider berichtete, steht Tesla wohl knapp vor der Marktreife einer neuen Batteriezellen-Generation, die in der Produktion nicht nur günstiger ist als Teslas bisherige Zellen. Die neuen Super-Akkus sollen zudem eine Lebensdauer von satten 1,6 Millionen Kilometern verkraften können - und auch noch ohne Kobalt auskommen.


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Mit Hilfe dieser Akkus sollen Elektroautos preislich konkurrenzfähig werden mit herkömmlichen Benzinern, heißt es in dem Bericht. Und das alles soll schnell gehen: Noch im Laufe dieses oder Anfang kommenden Jahres will Tesla die Batterien in die in China produzierten Model 3 einbauen lassen.

Denn hierbei kommt die nächste Neuerung bei Tesla ins Spiel: Die neue Zellchemie hat nicht Teslas langjähriger Batteriezellenkompagnon Panasonic mitentwickelt, sondern ein neuer Partner in China: Der chinesische Akkuspezialist CATL nämlich, von dem Musk die Batteriezellen für sein Auto- und Akkuwerk in Shanghai bezieht.

Nun sind Insider-Berichte über Teslas angebliche technische Überlegenheit immer mit etwas Vorsicht zu genießen und auch schwer überprüfbar, solange es nicht zumindest ein offizielles Statement von Tesla dazu gibt. Fakt ist allerdings, dass Teslas Elektromotoren und Antriebsstränge deutlich effizienter arbeiten als die bisher vorgestellten Elektromodelle deutscher Autobauer. Und auch die Batteriepacks der Kalifornier gelten in der Branche mittlerweile als der Goldstandard, den man schlagen muss.

Deshalb ist es durchaus möglich, dass Tesla nun kurz vor einem deutlichen Kostensprung bei der Zellenfertigung steht. Und wenn das stimmt, dürften gerade deutsche Autobauer aufhorchen. Denn auch sie mühen sich seit langem darum, wettbewerbsfähige, langstreckentaugliche Elektroautos auf den Markt zu bringen. Mit bislang eher verhaltenen Resultaten.

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