Dienstag, 21. Mai 2019

Batteriezellenproduktion für Elektroautos Opel beteiligt sich am Wettlauf um EU-Gigafactory

Ein Mitarbeiter bei Continental fügt Bauteile für die Leistungselektronik von E-Autos zusammen

5. Teil: CATL: Großfabrik in Erfurt geplant

CATL-Hauptquartier in Ningde, China

CATL: Der chinesische Batteriespezialist Contemporary Amperex Technology (CATL) ist aktuell der weltgrößte Produzent von Lithium-Ionen-Zellen. Gegründet wurde CATL erst vor sieben Jahren. 2017 haben die Chinesen dann Panasonic bei der Zahl der jährlich produzierten Zellen überholt. Den Blitzaufstieg des Unternehmens förderte die chinesische Regierung nach Kräften; der Börsengang Mitte Juni 2018 glückte fulminant.

Nun investieren die Chinesen in größerem Umfang in Thüringen: CATL wird in dem Industriegebiet "Erfurter Kreuz" ein Batteriezellenwerk bauen. Bis 2022 will CATL da rund 240 Millionen Euro investieren. 600 neue Arbeitsplätze sollen so entstehen, langfristig könnten es bis zu 1000 werden.

Der Vertrag mit CATL über die Batteriezellenfabrik wurde am Rande der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen geschlossen. Mit den deutschen Autoherstellern sind die Chinesen gut im Geschäft: Volkswagen zählt ebenso zum Kundenkreis wie BMW. Die Bayern werden in den kommenden Jahren Zellen im Wert von vier Milliarden Euro von CATL beziehen - 1,5 Milliarden davon entfallen auf das künftige Erfurter Werk. BMW ist Erstkunde, die Bayern haben sich wohl darüber hinaus an der Ausstattung der CATL-Fabrik beteiligt. Auch mit Daimler sind die Chinesen schon länger über einen Liefervertrag für Europa im Gespräch.

VW-Konzernchef Diess kommentierte den CATL-Vorstoß gegenüber dem "Handelsblatt" so: "Die Chinesen zeigen in Deutschland ja gerade, dass der Einstieg auch mit etwas Verspätung machbar ist."

Geplante Jahreskapazität des CATL-Werks: 14 Gigawattstunden (GWh). Das entspricht etwa 280.000 Autos mit einer 50-Kilowattstunden-Batterie (mittlere Größe). Das ist aber wohl nur der Anfang; CATL rechnet damit, spätestens 2026 bei 100 GWh anzukommen. Das wäre dann deutlich größer als Teslas Gigafactory.

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