Samstag, 19. Oktober 2019

Wettlauf um "Gigafactory" für Elektroauto-Akkuzellen Daimler setzt auf Batteriezellen aus Sachsen-Anhalt

3. Teil: Volkswagen: Bedarf für vier Gigafactories - eigenes Zellenwerk in Salzgitter

Volkswagen-Werk Salzgitter

Monatelang gab es immer wieder Berichte, nach denen Volkswagen eine sehr große Batteriefabrik bauen will. Im Mai erklärte Volkswagen nun offiziell, den Einstieg in die Batteriezellfertigung zu planen - und erstmal eine Zellfertigung in Salzgitter aufzuziehen. Seit Anfang September 2019 sind die Pläne konkreter: Joint-Venture-Partner für die Zellfabrik ist das schwedische Akku-Start-up Northvolt, an dem Volkswagen 20 Prozent hält.

Die Zellfertigung in Niedersachsen soll zunächst mit einigen hundert Mitarbeitern starten - VW selbst will die Produktion mit dem Jahreswechsel 2023/2024 starten, mit rund 700 Beschäftigten. In der ersten Ausbaustufe soll das Werk eine Jahreskapazität von 16 Gigawattstunden haben. Volkswagen will rund eine Milliarde Euro in das Projekt investieren.

Ende Juni 2018 hat Volkswagen 100 Millionen Euro in einenUS-Spezialisten für Feststoffbatterien investiert, die als Nachfolger der bisherigen Lithium-Ionen-Akkus gelten. Insgesamt hat der Volkswagen-Konzern aber einen immensen Batteriebedarf für seine Elektroauto-Pläne, der sich nicht nur aus dem Werk in Salzgitter bedienen lässt. Bis 2025 sollen 80 neue Elektromodelle an den Start gehen, darunter rund 50 rein batteriebetriebene Fahrzeuge und 30 Plug-in-Hybride. 50 Milliarden Euro Investitionen sind zudem für neue Batteriekapazitäten vorgesehen. Gebraucht würden, so meinte der VW-Manager Thomas Sedran einmal mindestens vier Gigafabriken.

Geplante Jahreskapazität: 16 GWh in der ersten Ausbaustufe. Bis zum Jahr 2025 braucht der Volkswagen-Konzern nach eigenen Angaben eine Batteriekapazität von 150 GWh, also für etwa drei Millionen reine Batterieautos.

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