Donnerstag, 20. Juni 2019

Batteriezellenproduktion für Elektroautos Opel beteiligt sich am Wettlauf um EU-Gigafactory

Ein Mitarbeiter bei Continental fügt Bauteile für die Leistungselektronik von E-Autos zusammen

10. Teil: Volkswagen: Bedarf für vier Gigafactories - aber bisher große Zurückhaltung

Volkswagen-Werk Salzgitter

Volkswagen: Immer wieder tauchen Berichte auf, nach denen Volkswagen eine sehr große Batteriefabrik bauen will, in der auch Zellen hergestellt werden, zum Beispiel in Salzgitter. Im Jahr 2016 war die Rede von einer bis zu zehn Milliarden Euro teuren Fertigung. In Salzgitter baut der Konzern Verbrennungsmotoren.

Sind diese in der Zukunft nicht mehr gefragt, könnte die wertschöpfungsintensive Batteriefertigung Ersatz schaffen. Bestätigt ist bisher aber nur der Aufbau eines Batterie-Forschungszentrums dort - und einer Pilotfertigungsanlage für Lithium-Ionen-Zellen.

Ende Juni 2018 hat Volkswagen 100 Millionen Euro in einenUS-Spezialisten für Feststoffbatterien investiert, die als Nachfolger der bisherigen Lithium-Ionen-Akkus gelten. Nach wie vor hält sich VW bedeckt zu der Frage, ob die Wolfsburger in Deutschland eine große Serienfertigung für Elektroauto-Batterien hochziehen wollen. Hierzulande seien die Lohn- und Energiekosten hoch, in Osteuropa deutlich geringer, erklärte der damalige VW-Strategiechef Thomas Sedran im Juni 2018. Wettbewerbsfähig sei man nur dann, wenn man das in Riesen-Stückzahlen in Größenordnung von Teslas Gigafactory mache.

Auf der anderen Seite hat Volkswagen einen immensen Batteriebedarf für seine Elektroauto-Pläne. Bis 2025 sollen 80 neue Elektromodelle an den Start gehen, darunter rund 50 rein batteriebetriebene Fahrzeuge und 30 Plug-in-Hybride. 50 Milliarden Euro Investitionen sind zudem für neue Batteriekapazitäten vorgesehen. Gebraucht würden mindestens vier Gigafabriken.

Wie andere Autobauer auch, scheut sich Volkswagen jedoch das Geld selbst in die Hand zu nehmen. Lieber würden die Wolfsburger die Akkus ausschreiben und mit ihrer Marktmacht die Preise drücken. Dann könnten sie höhere Summen in die Autos der Zukunft selbst investieren. Die Alternative wäre ein Bündnis verschiedener Hersteller, die in Europa eigene Batteriezellfabriken bauen.

Geplante Jahreskapazität: Bis zum Jahr 2025 braucht Volkswagen nach eigenen Angaben eine Batteriekapazität von 150 GWh, also für etwa drei Millionen reine Batterieautos.

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