Donnerstag, 17. Oktober 2019

Joint Venture für Elektroauto-Akkus Was Toyota mit Panasonic bei E-Auto-Batterien plant

Toyota-Chef Akio Toyoda bei einer Veranstaltung
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Toyota-Chef Akio Toyoda bei einer Veranstaltung

Ob Volkswagen-Konzern Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen, Renault Börsen-Chart zeigen oder General Motors Börsen-Chart zeigen: Weltweit pumpen Autohersteller Milliarden in die Entwicklung neuer Elektroautos und den Umbau ganzer Fabriken. Bloß ein Konzern hielt sich aus dem großen Umrüsten bislang heraus: der Autoriese Toyota Börsen-Chart zeigen.

Die Japaner setzen für die nächsten Jahre auf den Hybridmotor, den sie einst mit dem Prius zur Marktreife gebracht und längst auf sämtliche Baureihen ausgeweitete haben. Toyota-Ingenieure sprechen gerne über ihr Brennstoffzellenauto Mirai, das der Autokonzern in Serie baut und gerne als Zukunftstechnik preist für emissionsfreie Langstreckenfahrten. Zwar hat Toyota auch zehn rein batteriegetriebene Elektroauto-Modelle für die kommenden Jahre angekündigt. Doch bei langfristigen Absatzzielen für die Akku-Autos geben sich die Japaner um Millionenstückzahlen bescheidener als etwa der Volkswagen-Konzern.


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Trotz aller offizieller Batteriefahrzeuge-Skepsis baut der Konzern aber vor, sollten sich Elektroautos doch schneller als erwartet durchsetzen - und macht es mal wieder anders als die Konkurrenz. Das zeigt sich am jüngsten Schachzug der Japaner. Am Dienstag erklärte Toyota und der japanische Tesla-Batteriezellenpartner Panasonic, gemeinsam ein Unternehmen für Elektroauto-Batterien hochziehen zu wollen.

Toyota wird 51 Prozent an dem Joint Venture halten, das bereits im kommenden Jahr starten und auch andere Autobauer mit Batterien beliefern soll. Insgesamt wollen die beiden Firmen rund 3500 Mitarbeiter in das neue Unternehmen verlagern. Überraschend kam der Schulterschluss der beiden Großkonzerne nicht: Bereits vor einem Jahr hatten Toyota und Panasonic angekündigt, die gemeinsame Fertigung von prismatischen Lithium-Ionen-Zellen für Elektroauto-Akkus zu prüfen. Diese Zellform soll etwas höhere Energiedichten ermöglichen.

Zusammenarbeit dürfte kaum haarig werden

Nun ist das Projekt der Planungsphase entwachsen - und markiert für Toyota auch einen Wendepunkt: Denn der Automobilriese will mit Panasonic in die Produktion von Lithium-Ionen-Zellen einsteigen. Damit geht Toyota einen anderen Weg als der Rest der Branche. Die meisten Autohersteller kaufen Batteriezellen für ihre Elektroautos von asiatischen Zulieferern zu. Den Aufbau einer eigenen Zellenherstellung scheuen sie bislang, weil die Investitionskosten hoch wären. Einzig der US-Elektroautospezialist Tesla produziert Lithium-Ionen-Zellen in einer eigenen, gemeinsam mit Panasonic betriebenen Fabrik.

Mit Toyota hat Panasonic nun einen zweiten Produktionspartner für Lithium-Ionen-Zellen an der Hand, was Investoren wegen der besseren Risikostreuung freuen dürfte. Die beiden japanischen Großkonzerne betreiben seit Jahren ein Batterie-Joint-Venture, das die Akkus für Toyotas Hybridautos liefert. Das neue Gemeinschaftsunternehmen dürfte deshalb nicht auf allzu große Schwierigkeiten innerhalb der Konzerne stoßen.

Toyotas gute Finanzlage dürfte dabei helfen, gemeinsame Batteriefabriken in kurzer Zeit hochzuziehen. Dabei ist laut den Unternehmen zufolge offenbar auch eine Produktionsstätte in China geplant. Toyota bringt in das Joint Venture sein Produktions-Know-how ein - und noch etwas anderes: Seine Technologien rund um Festkörper-Batterien, an denen der Konzern seit Jahren arbeitet. Festkörperbatterien sind leichter, sicherer und schneller aufladbar als Lithium-Ionen-Zellen. Bislang halten sie unter anderem aber noch zu wenige Ladezyklen durch.

Toyota kündigte zuletzt an, solche Festkörperbatterien Mitte des kommenden Jahrzehnts marktreif haben zu wollen. Gelingt dies, hätte der Autobauer mit Panasonic dann gleich einen Partner für die Großserienproduktion an seiner Seite. Chinesische Zellenproduzenten wie CATL oder BYD dürften deshalb sehr genau hinsehen, wie sich das Gemeinschaftsunternehmen der japanischen Konkurrenten entwickelt.

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