Freitag, 22. November 2019

US-Automarkt Wie BMW die Lust auf Elektropower nutzt

Ausgerechnet in den USA, dem Land der röhrenden Achtzylinder, der Pick-ups und Geländekolosse, sind Elektroautos beliebter als in Deutschland. Jetzt will auch BMW mit seinem i3 die Elektrolust der Amerikaner nutzen. Doch BMW hat starke Gegner - ein Überblick.

Geht es um Elektroautos, ist Kalifornien schon lange Trendsetter. Bereits um die Jahrtausendwende herum wollte der US-Bundesstaat Autohersteller verpflichten, abgasfreie Autos anzubieten. Diese Modelle sollten mindestens zwei Prozent des Absatzes ausmachen. Indes, es gab die verlangten Autos nicht. Der Plan scheiterte.

Dennoch: in den gesamten USA wächst die Lust auf Hybrid- und Elektroautos. Fast 240.000 dieser Modelle mit reiner beziehungsweise zugeschalteter Batterie-Power orderten die Amerikaner in den ersten fünf Monaten 2014.

Und nirgends kaufen die Kunden so gierig wie in Kalifornien. Dort wurde Toyotas Hybrid-Bestseller Prius schnell zum Verkaufsschlager, und auch Teslas batteriegetriebene Nobellimousine Model S startete ihren Siegeszug rund um San Francisco und Los Angeles. Tesla-Chef und -Haupteigentümer Elon Musk (Unternehmenssitz Palo Alto, Kalifornien) ist mit dem Erfolg seiner ganz speziellen S-Klasse allerdings noch lange nicht zufrieden. Hunderttausende Elektroautos will er in ein paar Jahren weltweit verkaufen - und in einer "Giga-Fabrik" (nein, in Texas und nicht in Kalifornien) selbst die Batterien bauen.

BMW hat in USA starke Elektroauto-Konkurrenz

Der Plan ist riskant. Koreanische Elektronikkonzerne wie LG und Samsung könnten Musks Kalkulation mit ihren überlegenen Batteriezellen zunichte machen. Das drohende Monopol der Koreaner könnte auch deutschen Autokonzernen wie Daimler, Volkswagen und BMW gefährlich werden, wie manager magazin im aktuellen Heft beschreibt.

Musks Absatzpläne für seine Autos indes könnten sich schneller realisieren als von vielen in der Branche erwartet. Das rasante Wachstum könnte sogar fast schon Pflicht werden, auch für die deutschen Hersteller. So planen aktuell acht amerikanische Bundesstaaten eine Öko-Offensive, die gigantische Elektroinvestitionen erfordern würden. Spätestens 2025 wollen sie 3,3 Millionen abgasfreie Autos auf ihren Straßen sehen. Kalifornien, einer der acht Staaten, will bis dahin eine Quote von 15 Prozent abgasfreien Fahrzeugen erreichen.

Noch ist die Branche lange nicht so weit. Noch hat zum Beispiel BMW gerade erst begonnen, sein Elektromodell i3 in den USA zu verkaufen Und auch die Konkurrenzvehikel mögen innovativ und bisweilen auch schick sein. Zu Millionen-Sellern taugen sie noch nicht. manager magazin online stellt auf den folgenden Seiten die wichtigsten Gegner des i3 auf dem amerikanischen Markt vor - von Nissans Leaf bis zu Porsches Panamera Plugin-Hybrid.

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