Montag, 17. Juni 2019

Elektroautos Audi E-Tron und Jaguar I-Pace im Vergleichstest Wo Audi und Jaguar Tesla schlagen

Elektroauto-Vergleich: Audi E-Tron Quattro und Jaguar I-Pace im Alltagstest
Jaguar

7. Teil: Wie schlagen sich die Elektro-SUVs auf der Langstrecke?

Der Stromverbrauch des I-Pace war in der Praxis ziemlich hoch - vor allem bei Langstreckenfahrten. Selten schafften wir es auf einen Verbrauch unter 30 Kilowattstunden je 100 Kilometer. Die 300 Kilometer lange Strecke von Hamburg nach Berlin bewältigte der I-Pace - trotz komplett vollgeladenem Akku am Anfang - nicht ohne Ladestopp. Und das bei Autobahngeschwindigkeiten von nicht mehr als 120 km/h bei rund 8 Grad Außentemperatur.

Beim E-Tron kamen wir im Stadtverkehr mit einem Schnitt von rund 25 Kilowattstunden je 100 Kilometer aus. Ein vollgeladener Akku ist also für knapp 350 Kilometer Stadtfahrt gut, da sich - wie bei allen Elektroautos - nicht die komplette Akkuleistung abrufen lässt. Auf der Autobahn schnellte der Verbrauch bei 120 km/h aber ebenso auf knapp über 30 Kilowattstunden hoch.

Einen Nachteil können beide Fahrzeuge gegenüber Tesla-Modellen vorerst nicht wettmachen: Die deutlich längeren Ladezeiten. Tesla hat in den vergangenen Jahren sein eigenes Netzwerk an Schnelladestationen ausgerollt. An den Superchargern können ausschließlich Tesla-Fahrzeuge laden, und das mit bis zu 135 Kilowatt. Tesla-Fahrer können ihre leeren Akkus dort in etwas mehr als 20 Minuten zu 80 Prozent füllen, in einer 45 Minuten ist die Batterie dann komplett vollgeladen.

Davon können I-Pace und E-Tron-Fahrer aktuell nur träumen. Denn an deutschen Autobahnen stehen überwiegend noch Schnelladesäulen, die üblicherweise 50 oder 65 Kilowatt Ladeleistung bieten. Leistungsfähigere Ladesäulen mit 100, 150 oder sogar 350 Kilowatt sind noch ziemlich rar. Und das führte in unserem Test dazu, dass wir auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin nach etwas mehr als 200 Kilometern eine längere Zwangs-Ladepause einlegen mussten: Mal war das etwas mehr als eine Stunde, mal waren es 45 Minuten. Das reichte dann, um mit etwas Stromreserve im Akku nach Berlin oder zurück nach Hamburg zu kommen. Doch unter 4 Stunden Gesamtfahrzeit waren die 300 Kilometer Fahrt so nicht zu schaffen. Da sind Tesla-Fahrer mit ihren Supercharger-Lademöglichkeiten bis auf weiteres noch klar im Vorteil - und schlicht schneller.

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