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Sono Motors Solar-Elektroauto Sion: Dieses Billig-Elektroauto tankt beim Stehen

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Probefahrt im Solar-Elektroauto Sono Motors Sion Kräftiger Antritt, kleine Macken - so fährt das Billig-Solarauto

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Sono Motors Solar-Elektroauto Sion: Dieses Billig-Elektroauto tankt beim Stehen

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Der Ort war ebenso ungewöhnlich für einen Autotest wie die damit verbundene Ansage: Kein traditioneller Autohersteller käme wohl auf die Idee, Testfahrten seines neuesten Modells fernab der Hamburger Innenstadt auf einem Gelände namens "Hit Technopark" anzubieten. Und von Anfang an vorzuwarnen, dass die Testfahrten mangels Straßenzulassung des Fahrzeugs recht kurz ausfallen müssen.

Aber bei Deutschlands ungewöhnlichstem Elektroauto-Startup Sono Motors aus München ist eben vieles anders als bei den Autoriesen - auch, was den öffentlichen Auftritt betrifft. Der ist zumindest an einem Montagmorgen eher etwas für Eingeweihte und Fans: Das Unternehmenslogo ist gerade mal auf einem kleinen Imbisswagen-Anhänger erkennbar sowie auf einem schwarzen Zelt dahinter.

Unübersehbar ist hingegen das Testfahrzeug des jungen Münchner Startups, ein Prototyp des geplanten ersten Modells "Sion": 7,5 Quadratmeter Solarzellen überziehen die Karosserie, die schwarz schimmernden Zellen bedecken das Dach, die Motorhaube und die Türen. Die solarzellenfreien Stellen dazwischen sind weiß lackiert. Damit fällt der Wagen optisch deutlich aus der Reihe zwischen all den dunkel lackierten Mittelklasse-Wagen, die auf den Firmenparkplätzen ringsum stehen.

Zwar hat der Sion laut Datenblatt eine Reichweite von 250 Kilometern. Doch wie viel davon in der Praxis überbleibt, lässt sich für die ersten Testfahrer nicht mal ansatzweise abschätzen. Denn mit dem Sion-Prototypen dürfen Testfahrer nur auf dem Parkplatz des Hit-Technoparks auf und ab düsen. Ein Ausflug auf die Straße - und sei es nur zum Wenden - ist mangels Zulassung nicht drinnen, warnt Sono-Mitarbeiterin und Eventmanagerin Anne-Sophie Scharrer. Damit bleiben weniger als 50 Meter, um die Beschleunigung des Sion zu testen - und eine Garagenauffahrt für das Anfahren am "Berg".

Im Innenraum warten bekannte Formen und Knöpfe

Schon das Einsteigen in den Sion ist an einem Punkt ungewohnt: Der Sion-Prototyp hat keine klassischen Türgriffe, sondern Türmulden. In der Mulde muss man einen kleinen Knopf drücken, damit sich die Tür öffnet. Die ist wohl auch wegen der Solarzellen-Verschalung mehr als zehn Zentimeter dick und innen mit Hartplastik alter Schule verkleidet. Die Mulde soll auch in der Serienversion bleiben, doch die Hartplastikwüste deutlich eingedämmt werden, sagt Scharrer.

Doch sobald man hinter dem Lenkrad sitzt, den Sitz manuell eingestellt hat und auf die Digitalanzeige schaut, fühlt sich der Sion wie ein ganz normales Auto mit Elektroantrieb an. Vom Park- in den Fahrtmodus schalten die Fahrer mit einer Wippe direkt am Lenkrad, die sehr an die Schaltung in BMWs Elektroauto i3 erinnert. Diese Wippe werde zwar bei der Serienversion anders aussehen, erklärt Scharrer.

Doch insgesamt gilt: Die Sion-Entwickler haben bewusst mehrere ältere - und damit nicht mehr patentgeschützte - Bauteile traditioneller Autohersteller in dem Auto kombiniert. Dieses Formen-Durcheinander mag manche eingefleischten Fans einer einzelnen Automarke verwirren. Allen anderen hilft es wohl eher, sich schnell in dem Auto zurechtzufinden.

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Allzu viel Luxus darf man sich von einem Fahrzeug, das inklusive Batterie knapp 20.000 Euro kosten soll, nicht erwarten. Doch der Innenraum hat immerhin einen sehr ungewöhnlichen Akzent: Ein Band aus luftverbessernden Moosen, das sich quer durch das Cockpit zieht, in unterschiedlichen Farben beleuchtet werden kann und recht schick wirkt.

Platz gibt es im Fahrzeug auch auf der Hinterbank reichlich, obwohl das Auto nur 4,1 Meter lang ist. Möglich macht das die Raumökonomie des Elektromotors: Der ist nämlich deutlich kleiner als ein Verbrennungsaggregat, und die notwendigen Batterien sind im Unterboden und hinter der Sitzbank untergebracht.

Dass der Sion noch mehr Konzept- als Serienauto ist, merkt man auch an dem roten Testwagen-Stoppschalter in der Mittelkonsole. Ändern will Sono in der künftigen Serienversion neben dem Hartplastik auch noch die Sitze: Die Rückbank soll etwas tiefergelegt werden, die Vordersitze sollen weniger weich, konturierter und besser einstellbar werden.

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Beim kurzen Hin- und Her-Fahren auf dem Parkplatz fällt auf, dass der 109 PS starke Elektromotor durchaus antrittsstark ist. Den Kurzssprint über 20 Meter bewältigt der Wagen problemlos und souverän. Allzu viel lässt sich nach gerade mal 10 Probefahrt-Minuten nicht über das Fahrverhalten des Sion sagen.

Doch meinem ersten Eindruck nach zieht der Sion bei beherztem Gasfuß schnell nach - fast so schnell wie BMWs i3, der doppelt so teuer ist. Einzig die Servolenkungs-Unterstützung fiel bei dem Sion-Prototyp teils beim Reversieren aus. Doch dieses Problem werde bis zum Serienstart behoben, erklärt Scharrer.

Wie weit die Solarzellen an diesem eher grauen Tag den Sion mit zusätzlicher Energie versorgen, lässt sich in der kurzen Zeit nicht herausfinden. Bei Testfahrten an einem sonnigen Wochenende in München hätten die Solarpanele jedoch genug Strom für 10 Kilometer Fahrt erzeugt, erklärt Scharrer. Dabei sei der Wagen im Dauer-Testeinsatz gewesen - wäre er gestanden, wären es gut doppelt so viel geworden.

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Sono Motors Solar-Elektroauto Sion: Dieses Billig-Elektroauto tankt beim Stehen

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Über mangelndes Interesse an seinen Testfahrten kann sich Sono Motors jedenfalls nicht beklagen. Die drei Sono-Gründer, alle unter 30 Jahre alt, hatten ihr Startkapital via Crowdsourcing über die Internet-Plattform Kickstarter aufgetrieben. Den Kleinstinvestoren hatte Sono dabei Testfahrten in einem Prototypen versprochen. Genau das bieten sie nun auf einer Tour durch 12 europäische Städte an.

Auslieferung soll in zwei Jahren starten - wenn alles klappt

Etwas mehr als 2300 Bestellungen hat Sono Motors eingesammelt, 5000 sollen es werden. Bei der Vorstellung in Hamburg gaben sich die Sono-Leute optimistisch, die Vorbestellungszahl noch deutlich zu erhöhen. Die Touren in drei weiteren Städten seien komplett ausgebucht. "Da wird noch etwas passieren, wir sind positiver Dinge", erklärte Scharrer.

Ein Großteil der Vorbesteller seien ganz normale Privatkunden, erläutert Scharrer. Es seien auch viele Familien darunter, die am Tag gerade mal fünf bis zehn Kilometer Autofahrt in der Stadt absolvieren müssten. Aber auch der eine oder andere Ferienhausvermieter, der ein solches Elektroauto als Extra dazugeben wolle.

Doch das Nicht-Erreichen der Vorbestellungs-Ziele dürfte für Sono kein Dealbreaker werden. In den kommenden Wochen will Sono Motors den Auftragsfertiger für seinen Sion bekannt geben, erklärte Scharrer. Denn Fabriken will Sono nicht selbst aufbauen - den Antriebsstrang samt Batterie hat das junge Startup bei Automobilzulieferern zugekauft. Und einer von denen soll wohl auch die Herstellung und Endmontage des Solar-Elektroautos übernehmen.

In knapp zwei Jahren sollen - wenn alles glatt läuft - die ersten Sions an Endkunden ausgeliefert werden. Bereits Anfang des kommenden Jahres will Sion die ersten Vorserien-Fahrzeuge vorführen. Die werden dann wohl auch über eine Straßenzulassung verfügen, stellt Scharrer in Aussicht. Für die aktuellen Prototypen sei diese einfach zu teuer und zeitaufwändig gewesen.

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