Montag, 17. Juni 2019

Elektroauto-Pionier Tesla enttäuscht turmhohe Erwartungen

Elektroautopionier: Mit welchen Stromern Tesla angreift
AFP

Gratis-Ladestationen in Europa, Kampfansagen an BMW und Daimler: Bescheiden gab sich der kalifornische Elektroauto-Pionier Tesla Motors in letzter Zeit nicht. Die Quartalszahlen gefielen Anlegern allerdings nicht - obwohl Tesla eine neue Rekordzahl an Autos auslieferte.

Palo Alto - Der kalifornische Elektroauto-Hersteller Tesla kann die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Obwohl das Unternehmen im dritten Quartal die Rekordzahl von 5500 seiner Elektrolimousinen Model S ausgeliefert hat, rauschte die Tesla-Aktie Börsen-Chart zeigen nachbörslich um 12 Prozent in die Tiefe. Anleger hatten mit noch höheren Verkaufszahlen von bis zu 7000 gerechnet.

"Die Nachfrage nach dem Model S nimmt in Nordamerika und Europa weiterhin zu", versicherte Firmengründer und -chef Elon Musk in einem Brief an die Aktionäre. Er will im laufenden Quartal knapp 6000 Wagen ausliefern, wodurch sich die gesamten Auslieferungen im Jahr auf 21.500 belaufen würden.

Doch in Europa kämpft das junge Unternehmen mit Personalengpässen, wie manager magazin online vor kurzem exklusiv berichtete. Und in Deutschland expandierte der Autohersteller im September deutlich langsamer als als in anderen Märkten wie den USA und Norwegen.

Dennoch bleibt Tesla die Erfolgsgeschichte unter den Elektroauto-Herstellern. Die Aktie hat trotz des jüngsten Einbruchs ihren Wert seit Jahresbeginn fast verfünffacht. Erst im August war das Unternehmen nach seinem Erfolg in den USA im August nach Übersee gegangen. Insgesamt lieferte das Unternehmen 1000 Autos an europäische Kunden aus.

Umsatz verneunfacht, Verluste reduziert

Der Quartalsumsatz lag mit 431 Millionen Dollar fast neunmal so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Tesla schaffte es jedoch nicht aus den roten Zahlen. Immerhin konnte das Unternehmen den Verlust von 111 Millionen auf 38 Millionen Dollar eindämmen.

Deutschland ist einer der Schlüsselmärkte beim Europavorstoß. Hier kostet das Model S ab 72.000 Euro. Um die Verkäufe anzukurbeln, will Musk bis Mitte kommenden Jahres ein deutschlandweites Netz an Ladestationen aufziehen. Anfang kommenden Jahres sollen die ersten Model S nach China geliefert werden.

Tesla muss jedoch künftig mit verschärfter Konkurrenz rechnen. BMW Börsen-Chart zeigen bringt seinen kompakten Elektrowagen i3 und den Elektrosportwagen i8 auf den Markt. Der Stuttgarter Rivale Daimler Börsen-Chart zeigen ist mit 4,3 Prozent an Tesla beteiligt und arbeitet mit den Kaliforniern bei Elektroautos zusammen.

wed/dpa-afx

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung