Größere Reichweite als Tesla Lucid will ab Oktober erste Elektroautos ausliefern

Der Tesla-Rivale Lucid hat mit der Produktion seiner Elektroautos begonnen und will Ende Oktober die ersten Luxusautos ausliefern. Der Air Dream soll rund 100 Meilen mehr Reichweite haben als das Model S von Tesla.
Lucid Air Dream: Das luxuriöse Elektroauto des Rivalen Tesla soll Ende Oktober auf den Markt kommen

Lucid Air Dream: Das luxuriöse Elektroauto des Rivalen Tesla soll Ende Oktober auf den Markt kommen

Foto: ANDREW KELLY / REUTERS

Der US-Elektroautobauer Lucid will ab Ende Oktober Luxusfahrzeuge mit einer größeren Reichweite als Tesla an die Kunden ausliefern. "Wir befreien die Kunden von der Reichweitenangst", sagte Lucid-Chef Peter Rawlison am Dienstag beim Produktionsstart in Arizona. "Die nächste große Hürde ist die Kosteneffizienz von Elektroautos. Wir müssen die Kosten nach unten bringen." Lucid kündigte zudem an, die Kapazität in dem Werk in Arizona in den nächsten beiden Jahren auf 90.000 Fahrzeuge pro Jahr zu steigern.

Als erstes Fahrzeug soll das Spitzenmodell Lucid Air Dream Edition mit einem Preis von 169.000 Dollar vom Band laufen, gefolgt von günstigeren Modellen. Die zuständige US-Behörde hat einer limitierten Version des Air Dream eine Reichweite von 520 Meilen (ca. 837 Kilometer) pro Batterieladung bescheinigt, rund 100 Meilen (ca. 161 Kilometer) mehr als das vergleichbare Tesla-Modell S. Tesla-Chef Elon Musk (50) hatte zuletzt erklärt, dass sein Unternehmen Abstand von einem Fahrzeug mit einer Reichweite von 520 Meilen nehme.

Für die Elektrolimousine sollen mehr als 13.000 Reservierungen vorliegen. In Deutschland soll das Auto im kommenden Jahr erhältlich sein. Die günstigste Version des Lucid Air mit rund 600 Kilometern Reichweite soll für rund 79.000 Dollar zu haben sein, meldet der Nachrichtensender CNBC .

Die Herausforderung für Lucid sei nun, die Produktionsprozesse in den Griff zu bekommen, sagte Sam Abuelsamid, Analyst beim Beratungshaus Guidehouse Insights. "Ich denke, dass sie ein sehr gutes Auto haben." Auch Tesla hatte in der Anfangszeit massiv mit Produktionsschwierigkeiten zu kämpfen. Musk hatte zuletzt eingeräumt, dass es extrem schwer sei, profitabel Elektroautos zu bauen.

Saudi-Arabiens Staatsfonds ist größter Aktionär

Lucid ist das erste Elektroauto-Start-up, das über einen Spac-Deal an die Börse gegangen ist und tatsächlich ein verkaufsfähiges Fahrzeug für Kunden produziert. Das Unternehmen debütierte im Juli an der Technologiebörse Nasdaq und wird als Herausforderer des führenden Wettbewerbers Tesla gehandelt. Lucid hatte zum Börsengang erklärt, dass das Unternehmen 20.000 Lucid-Air-Limousinen im Jahr 2022 produzieren und damit einen Umsatz von mehr als 2,2 Milliarden Dollar erzielen will.

Lucid war 2007 unter dem Namen Atieva gegründet worden. Das Unternehmen konzentrierte sich zunächst auf elektrische Batterietechnologie, bevor es 2016 seinen Namen änderte und zu einem Hersteller von Elektrofahrzeugen wandelte. Drei Jahre zuvor war der gebürtige Brite Rawlinson, ein ehemaliger Tesla-Mitarbeiter, als Chef der Technologieentwicklung zu dem Unternehmen gekommen.

Lucid hatte zunächst einige Schwierigkeiten, Kapital zur Finanzierung seiner Pläne einzutreiben, bis das E-Auto-Start-up im September 2018 eine Milliarde US-Dollar vom Staatsfonds Saudi-Arabiens erhielt. Der Fonds bleibt mit rund 62 Prozent der ausstehenden Aktien größter Anteilseigner des Unternehmens.

rei/Reuters
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