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Subvention für Batteriefahrzeuge: Diese Elektroautos macht die Kaufprämie am billigsten

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Regierung beschließt Milliarden-Förderung für E-Autos Geldsegen für die Ladenhüter - acht Antworten zur Elektroauto-Kaufprämie

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Subvention für Batteriefahrzeuge: Diese Elektroautos macht die Kaufprämie am billigsten

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Monatelang haben die deutschen Automobilhersteller mit Regierungsvertretern darüber diskutiert, nun ist es beschlossene Sache: Elektroautos werden in Deutschland künftig gesetzlich begünstigt. Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch jenes Gesetzespaket, das Kaufprämien und einen Steuerbonus für batteriebetriebene Fahrzeuge enthält.

Damit soll der Absatz der vergleichsweise teuren Fahrzeuge deutlich anziehen, hofft die Bundesregierung. Wir beantworten die acht wichtigsten Fragen zur dem größten staatlichen Auto-Förderungsprogramm seit der Abwrackprämie im Jahr 2009.

1. Wie hoch ist die Kaufprämie, ab wann gilt sie?

Käufer von rein batteriegetriebenen Fahrzeugen erhalten noch ab Mai einen Zuschuss von 4000 Euro. Wer sich für ein Plugin-Hybridfahrzeug mit Elektro- und Verbrennungsmotor entscheidet, das sich ebenfalls an der Steckdose laden lässt, kann eine Prämie in Höhe von 3000 Euro einstreichen. Noch in diesem Monat sollen können Elektroauto-Kaufinteressenten die Prämie beantragen können - beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (siehe dazu auch Frage 6).

2. Wer finanziert die Prämie und die Steuerboni?

Wie bei allen staatlichen Förderprogrammen finanzieren letztlich die Steuerzahler auch das Anschubprogramm für die emissionsfreien Fahrzeuge - allerdings nicht in Gänze. Insgesamt werden für das Programm 1,2 Milliarden Euro bereitgestellt, doch diese tragen je zur Hälfte der Staat und die Autoindustrie.

Welche E-Auto-Modelle wie lange gefördert werden

3. Wie lange wird die Prämie ausgezahlt?

Für die von der Regierung als "Umweltbonus" bezeichnete Kaufprämie gilt ein einfaches Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Prämie wird so lange ausbezahlt, wie Geld im Fördertopf vorhanden ist. "Wenn Sie eine Prämie wollen, kaufen Sie schnell", rät Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Zusätzlich zu der direkten Förderung werden E-Auto-Käufer langfristig von der Kfz-Steuer befreit (siehe dazu Frage 7). Sollte die Prämie zum Ladenhüter werden, hat die Regierung mit einem Ablaufdatum vorgesorgt: Spätestens am 30. Juni 2019 ist Schluss mit dem staatlichen E-Auto-Geldsegen.

4. Gilt die Kaufprämie für sämtliche am Markt erhältliche Elektroautos?

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Nein, besonders solvente E-Auto-Interessenten bleiben außen vor. Zwar ziehen die deutschen Autohersteller wie Volkswagen, Daimler und BMW bei der Kaufprämie mit. Auch die ausländischen Hersteller Citroën, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo sind mit dabei. Einzelne Anbieter wie etwa Renault legen auf die Prämie sogar noch einen Zuschlag drauf, um Kunden anzulocken.

Allerdings gilt eine Einschränkung für die Gewährung der Prämie: Der Listenpreis des Basismodells darf nicht höher als 60.000 Euro sein. Das trifft im deutschen Automarkt vor allem einen Hersteller: Den kalifornischen Elektroauto-Pionier Tesla Motors, der darüber wenig erfreut ist. Audi, Porsche und Mercedes, die in dieser Preisklasse teure Plugin-Hybride anbieten, schweigen bislang zu der Förder-Obergrenze.

Wer die Förderung beantragen kann - und wo der Antrag eingehen muss

5. Wer kann die Kaufprämie beantragen?

Anträge dürfen Privatpersonen, Firmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine stellen. Das E-Fahrzeug darf aber erst nach dem 18. Mai gekauft worden sein. Käufer müssen das neue E-Auto mindestens neun Monate behalten, das gilt auch für Leasing.

6. Bei welchem Amt kann man die Förderung beantragen?

Zuständig für die als "Umweltbonus" bezeichnete Kaufprämie ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Wer die Prämie bekommen will, muss eine Rechnungskopie vom Autohändler sowie den Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorlegen. Dafür hat man einen Monat Zeit nach Eingang des Antrags beim Bafa.

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Achtung: Um die 2000 Euro Bonus vom Staat für einen reinen "Stromer" oder 1500 Euro für einen Hybrid-Wagen zu bekommen, muss auf der Rechnung vom Autohändler stehen, dass der Hersteller eine Prämie in selber Höhe vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat. Noch sind die Antragsformulare aber nicht verfügbar. Auf ihrer Website erklärt die Bafa aktuell, dass die Förder-Richtlinien nach dem Kabinettsbeschluss auf der Bafa-Internetseite veröffentlicht werden.

Welche staatlichen Anreize es noch gibt, wie sie sich auf den Preis auswirken

7. Welche zusätzlichen Anreize gibt es außer der Kaufprämie?

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Kaufprämien, Steuererleichterungen: Wie andere Nationen Elektroautos fördern

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Wer ein Elektroauto kauft, hat davon künftig auch einen handfesten Steuervorteil: Rückwirkend zum 1. Januar 2016 wird die Steuerbefreiung für neue (und umgerüstete) Elektrofahrzeuge von fünf auf zehn Jahre verdoppelt. Was das konkret bringt, zeigt ein Vergleich zwischen der Elektrovariante des VW Golf (115 PS, 0 g CO2/km) und dem Basis-Benziner mit 1,2 Liter-Motor (110 PS, 114 g CO2/km. Jährlich fallen für den Benziner-Golf 62 Euro an Kfz-Steuer an, verrät der Rechner des Finanzministeriums. Auf zehn Jahre gesehen sparen E-Golf-Käufer also rund 620 Euro an Steuern.

Zudem will die Regierung auch die Lücken in der Ladeinfrastruktur stopfen: Mit 300 Millionen Euro finanziert der Staat den Aufbau von 15.000 neuen Strom-Ladestellen. Sie sollen etwa auch an Supermärkten oder Sportplätzen entstehen.

8. Werden Elektroautos nun endlich auch für Privatleute erschwinglich?

Der Kauf eines eigenen Elektroautos bleibt trotz Prämie und Steuererleichterungen nach wie vor eine eher kostspielige Anschaffung. Zwar werden E-Autos dank der Förderung billiger, wie unsere Übersicht zeigt. Doch die meisten Modelle kosten auch nach Abzug der von Staat und Autoherstellern gewährten Kaufprämie um die 30.000 Euro. Das ist viel Geld für einen Wagen der Klein- oder Kompaktklasse.

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Dennoch hofft die Regierung auf einen Kauf-Boom: Der Bund rechnet mit mindestens 300.000 E-Autos, die dank der Förderung gekauft werden. Zu Jahresbeginn 2016 waren erst 25.500 E-Autos und 130.000 Hybride zugelassen - bei 45 Millionen Pkw insgesamt.

mit Material von dpa und Reuters
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