Montag, 14. Oktober 2019

LG Chem erwartet Elektroauto-Boom in Europa Akku-Fabrik soll Europas Elektroauto-Hersteller beflügeln

Audis Elektro-SUV-Studie e-tron quattro: Ende 2018 kommt die Serienversion des Autos, die Akkus hat LG Chem mitentwickelt

Nun gut, ein milliardenteures Riesengebäude in der Wüste wird es nicht. Doch anders als der US- Elektroautohersteller Tesla Börsen-Chart zeigen will der koreanische Batteriespezialist LG Chem auch nicht die Welt vom Joch der Verbrennungsmotoren befreien und dafür eine ganz unbescheiden Gigafactory genannte Batteriefabrik hochziehen.

Gute Geschäfte, keine Weltrettung, erhoffen sich die Koreaner jedoch in Europa. Und deshalb nehmen sie eine Menge Geld in die Hand, um in der Nähe der großen europäischen Autohersteller ein Werk für Lithium-Ionen-Akkus aufzubauen.

Etwas mehr als 320 Millionen Euro wird LG Chem in den Bau einer Batteriefabrik im polnischen Breslau (Wrocaw) stecken, wie die Batterietochter des koreanischen Elektronikkonzerns gestern bekanntgab. Das Werk, laut LG Chem die erste große europäische Fabrik für Lithium-Ionen-Elektroautoakkus, soll bereits ab der zweiten Jahreshälfte 2017 den Betrieb aufnehmen. Rund 41.000 Quadratmeter groß wird die Fabrik, die an ein bereits bestehendes LG-Werksgelände angedockt wird. Ab Ende 2018 kann sie mehr als 100.000 Elektroauto-Batterien pro Jahr produzieren.

Von Breslau aus sind nicht nur die Automobilfabriken in Tschechien, der Slowakei und Nordungarn gut zu erreichen. Auch Sachsen und VWs Riesenwerk in Wolfsburg lassen sich per Güterzug innerhalb weniger Stunden ansteuern.

Hat LG Chem bereits Großaufträge von Autoherstellern?

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Allerdings soll LGs Werk auch anders als Teslas Gigafactory keine Riesen-Akkus für Langstrecken-Stromer produzieren. Laut den Koreanern sollen in dem Werk Batterien für Elektroautos mit einer Reichweite von bis zu 320 Kilometern entstehen. Die vor kurzem auf dem Pariser Autosalon vorgestellten E-Auto-Konzepte von Volkswagen und Mercedes sollen aber rund 500 Kilometer Reichweite im Elektro-Tank haben. Auch Audis Elektro-SUV, der Ende 2018 auf den Markt kommt, bewegt sich in dieser Dimension.

Foto: AP / Wochit

Die von LG selbst auferlegte Einschränkung weist eher darauf hin, dass die Koreaner bereits konkrete Aufträge vorliegen haben und ihr Werk auf diese Kunden maßschneidern. Denn auf dem Pariser Autosalon standen auch einige Elektro-Modelle, die ziemlich genau der von LG angegebenen Reichweite entsprechen.

So verpasste Renault seinem Elektroauto Zoe eine stärkere Batterie, die im offiziellen, wenig praxisnahen Prüfverfahren auf rund 400 Kilometer Reichweite kommt. Renaults bisheriger Lieferant für Elektroauto-Batterien ist - Überraschung - LG Chem.

Die Koreaner liefern auch die Lithium-Ionen-Akkus für Fords E-Auto-Version des Focus, entwickelten die Batterien für die GM-Plugin-Hybride Chevrolet Volt, dessen Schwestermodell Ampera und den Cadillac ELR. Die 60-kWh-Akkus des Pariser Messestars Opel Ampera-e stammen ebenfalls von LG Chem.

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