VW-Partner für Lithium-Ionen-"Gigafactories" Was SK Innovation als Zellenfabrik-Partner spannend macht

Logo von SK Innovation am Hauptsitz in Seoul

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Elektroauto-Batterien: Diese sechs Zellenhersteller teilen sich den Weltmarkt

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"Wir übernehmen die Führung in der zukünftigen Energieentwicklung" - mit diesem etwas kryptischen Spruch bewirbt das koreanische Unternehmen SK Innovation seine Batteriesparte. Hinter LG Chem und Samsung ist SK Innovation Koreas Nummer Drei bei der Produktion von Lithium-Ionen Zellen - jenem Akkutyp, der Elektroautos antreibt.

In die Zellproduktion stieg SK Innovation, eine Tochter von Koreas drittgrößtem Konglomerat SK allerdings erst im Jahr 2006 ein. Im vergangenen Jahr kam SK Innovation auf einen Jahresumsatz von 36 Milliarden Euro und einen Vorsteuergewinn von 511 Millionen Euro. Ein Großteil davon stammt aber wohl aus einem anderen Geschäft als der Zellenproduktion: Aus der Förderung und Verarbeitung von Erdöl nämlich. Die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus ist noch ein vergleichsweise junges Geschäftsfeld für die Koreaner - und vermutlich noch kein großes. Denn die jüngsten Bilanzen und Quartalsabschlüsse weisen die Zellproduktion nicht als eigene Sparte aus.

Das Geschäft könnte allerdings kräftig wachsen - mit einem deutschen Autoriesen als Produktionspartner: Wie manager magazin berichtet, plant Volkswagen gemeinsam mit den Koreanern den Bau mehrerer Batteriezellen-Gigafabriken  .

Bislang gilt SK Innovation auf dem Weltmarkt als kleinerer Player bei der Produktion von Lithium-Ionen-Zellen: In einem Ranking von Bloomberg New Energy Finance für die Jahre 2016-2017 schafften es die Koreaner nicht unter die Top 6. Laut einer Analyse von Roland Berger dürfte SK Innovation bis 2021 bei Lithium-Ionen-Zellen auf einen Weltmarktanteil von 2 Prozent kommen. Seine koreanischen Konkurrenten dürften 2021 deutlich größer sein: Für LG Chem prognostizieren die Berater einen Weltmarktanteil von 30 Prozent, für Samsung rund 7 Prozent.

Koreas Zellenspezialisten bieten die höchste Energiedichte

Überflügelt wird SK Innovation in drei Jahren laut der Berater-Prognose auch von den chinesischen Anbieter CATL (24 Prozent Marktanteil bis 2021), BYD (4 Prozent) und Lishen (3 Prozent). Ein Viertel des Weltmarktes ordnet Roland Berger in drei Jahren dem japanischen Tesla-Batteriepartner Panasonic zu.

Technologisch allerdings passt SK Innovation gut zum Anspruch der Wolfsburger. Koreanische Hersteller gelten bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Zellen als technisch führend. Im Vergleich zur chinesischen Konkurrenz liefern die Koreaner Zellen mit höherer Energiedichte, erläuterten Analysten vor kurzem gegenüber der Financial Times. Das ermöglicht höhere Reichweiten bei gleicher Batteriepack-Größe. Dieser Vorsprung dürfte allerdings in den kommenden Jahren schmelzen - wegen der schieren Größe der chinesischen Angreifer.

Doch die beiden größten Hersteller LG Chem und Samsung dürften wohl weniger Interesse an gemeinsamen Werken mit den Wolfsburgern haben - denn sie zählen den Volkswagen-Konzern bereits zu ihren Zellen-Abnehmern: Marktführer LG Chem hat bereits große Lieferverträge mit dem VW-Konzern abgeschlossen, beliefert aber auch die Konkurrenz - etwa BMW, Daimler, General Motors, Hyundai, Ford oder Nissan. Selbiges gilt auch für Koreas Nummer zwei bei der Zellenproduktion, Samsung SDI.

SK hat sich bereits nach Europa vorgetastet

Autohersteller wollen sich aber nicht nur auf einen Zellenlieferanten verlassen, wie etwa das Beispiel BMW zeigt: Die Bayern haben sich den chinesischen Anbieter CATL als zusätzlichen Großlieferanten auserkoren. CATL baut in Thüringen ein Batteriewerk auf, das ab 2021 Lithium-Ionen-Zellen produzieren soll. BMW will von den Chinesen in Deutschland Zellen im Wert von 1,5 Milliarden Euro beziehen.

Auch SK Innovation baut bereits ein Zellwerk in Europa auf - allerdings in einem vergleichsweise kleinen Rahmen: Rund 313 Millionen Euro investiert SK in ein Werk in Ungarn, das bereits 2020 die Massenproduktion aufnehmen und Daimler mit Lithium-Ionen-Zellen beliefern soll. Im Endausbau soll das Werk in Ungarn einen Zellen-Output von 7,5 Gigawattstunden liefern, laut Unternehmensangaben wäre das genug für 250.000 Elektro- und Hybridautos pro Jahr. Das klingt viel - doch Teslas Gigafactory in Nevada soll im Endausbau ab 2020 auf einen Zellen-Output mindestens 35 Gigawattstunden pro Jahr kommen.

Vor wenigen Wochen hat SK Innovation zudem angekündigt, ein Batteriezellenwerk in China hochzuziehen - gemeinsam mit Daimler chinesischem Partner BAIC und Beijing Elektronics. Und auch in den USA erwägt SK den Bau einer Batteriefabrik.

Continental scheiterte an Zusammenarbeit mit Koreanern

Steigt Volkswagen tatsächlich als Partner für den Bau von Zellen-Großfabriken bei SK Innovations ein, dürften da noch einige - deutlich größere - Werke in Europa dazukommen. Denn der Zellen-Hunger der Wolfsburger dürfte in den kommenden Jahren groß werden: In den kommenden Jahren will Volkswagen Dutzende Elektro-Modelle vorstellen, 2025 will der Konzern weltweit 3 Millionen Elektrofahrzeuge verkaufen.

Als einfacher Partner gilt SK Innovation in der deutschen Autobranche aber nicht. Der Zuliefererriese Continental versuchte vor einigen Jahren eine Zusammenarbeit mit den Koreanern: Anfang 2013 gründeten die Hannoveraner mit SK ein Joint Venture mit dem Ziel, gemeinsam Lithium-Ionen-Zellen zu produzieren.

Bereits im Herbst 2014 wurde das Gemeinschaftsunternehmen aufgelöst. Die offizielle Begründung lautete damals, dass beide Partner mittelfristig keine wirtschaftliche Grundlage für die Zellproduktion sehen würden. Tatsächlich dürften aber vor allem kulturelle Unterschiede zum Scheitern geführt haben: Die Koreaner sollen sehr selbstbewusst aufgetreten sein - und Continental nur sehr unwillig Zugang zu Informationen und Anlagen gewährt haben.