Dienstag, 25. Juni 2019

VW-Partner für Lithium-Ionen-"Gigafactories" Was SK Innovation als Zellenfabrik-Partner spannend macht

Logo von SK Innovation am Hauptsitz in Seoul

2. Teil: SK hat sich bereits nach Europa vorgetastet

Autohersteller wollen sich aber nicht nur auf einen Zellenlieferanten verlassen, wie etwa das Beispiel BMW zeigt: Die Bayern haben sich den chinesischen Anbieter CATL als zusätzlichen Großlieferanten auserkoren. CATL baut in Thüringen ein Batteriewerk auf, das ab 2021 Lithium-Ionen-Zellen produzieren soll. BMW will von den Chinesen in Deutschland Zellen im Wert von 1,5 Milliarden Euro beziehen.

Auch SK Innovation baut bereits ein Zellwerk in Europa auf - allerdings in einem vergleichsweise kleinen Rahmen: Rund 313 Millionen Euro investiert SK in ein Werk in Ungarn, das bereits 2020 die Massenproduktion aufnehmen und Daimler mit Lithium-Ionen-Zellen beliefern soll. Im Endausbau soll das Werk in Ungarn einen Zellen-Output von 7,5 Gigawattstunden liefern, laut Unternehmensangaben wäre das genug für 250.000 Elektro- und Hybridautos pro Jahr. Das klingt viel - doch Teslas Gigafactory in Nevada soll im Endausbau ab 2020 auf einen Zellen-Output mindestens 35 Gigawattstunden pro Jahr kommen.

Vor wenigen Wochen hat SK Innovation zudem angekündigt, ein Batteriezellenwerk in China hochzuziehen - gemeinsam mit Daimler chinesischem Partner BAIC und Beijing Elektronics. Und auch in den USA erwägt SK den Bau einer Batteriefabrik.

Continental scheiterte an Zusammenarbeit mit Koreanern

Steigt Volkswagen tatsächlich als Partner für den Bau von Zellen-Großfabriken bei SK Innovations ein, dürften da noch einige - deutlich größere - Werke in Europa dazukommen. Denn der Zellen-Hunger der Wolfsburger dürfte in den kommenden Jahren groß werden: In den kommenden Jahren will Volkswagen Dutzende Elektro-Modelle vorstellen, 2025 will der Konzern weltweit 3 Millionen Elektrofahrzeuge verkaufen.

Als einfacher Partner gilt SK Innovation in der deutschen Autobranche aber nicht. Der Zuliefererriese Continental versuchte vor einigen Jahren eine Zusammenarbeit mit den Koreanern: Anfang 2013 gründeten die Hannoveraner mit SK ein Joint Venture mit dem Ziel, gemeinsam Lithium-Ionen-Zellen zu produzieren.

Bereits im Herbst 2014 wurde das Gemeinschaftsunternehmen aufgelöst. Die offizielle Begründung lautete damals, dass beide Partner mittelfristig keine wirtschaftliche Grundlage für die Zellproduktion sehen würden. Tatsächlich dürften aber vor allem kulturelle Unterschiede zum Scheitern geführt haben: Die Koreaner sollen sehr selbstbewusst aufgetreten sein - und Continental nur sehr unwillig Zugang zu Informationen und Anlagen gewährt haben.

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