Lithium aus Thermalwasser Renault beschert deutschem Rohstoff-Start-up ersten Großauftrag

Lithium aus Thermalwasser vom Niederrhein soll französische Elektroauto-Pläne beflügeln: Ab 2026 will sich Renault tausende Tonnen Lithium vom Start-up Vulcan Energy liefern lassen. Für Vulcan ist es ein erster Großauftrag.
Surrt in einigen Jahren mit Lithium aus deutscher Förderung: Renault wird das bei Vulcan Energy bestellte Lithium für die Akkus seiner Elektroautos wie dem Zoe verwenden - aber erst ab 2026

Surrt in einigen Jahren mit Lithium aus deutscher Förderung: Renault wird das bei Vulcan Energy bestellte Lithium für die Akkus seiner Elektroautos wie dem Zoe verwenden - aber erst ab 2026

Foto: Anders Wiklund / TT / imago images

Das deutsch-australische Start-up Unternehmen Vulcan Energy hat mit dem französischen Autohersteller Renault einen Lithium-Liefervertrag über fünf Jahre geschlossen. Vulcan werde dem französischen Automobilhersteller ab 2026 jährlich 6000 bis 17.000 Tonnen Lithium aus seinen geothermischen Solelagerstätten in Deutschland liefern, teilten die Unternehmen in der Nacht zum Montag mit.

Der Fünfjahresvertrag könne verlängert werden, wenn beide Parteien zustimmen. Das geothermische Lithium-Produktionsverfahren von Vulcan, das keine Kohlendioxidemissionen verursache, sei der Hauptgrund für die Entscheidung gewesen, sagte Renault.

Mit dem Umschwung zu Elektroautos steigt die Nachfrage nach dem Batterierohstoff massiv. Renault, zu dessen Marken Alpine und Dacia gehören, will 90 Prozent seiner Modelle bis 2030 vollständig elektrisch betreiben. Nach dem Verfahren von Vulcan wird heißes Thermalwasser aus Tausenden Metern Tiefe an die Oberfläche gepumpt, wobei Wärme und Strom entstehen. Dieser kann verkauft werden, sodass die Förderkosten gedeckt werden. Das Lithiumhydroxid kann aus dem Wasser extrahiert werden, das dann wieder in die Tiefe zurückfließt, wodurch das Verfahren nachhaltiger ist als der Tagebau des silbrig weiß-grauen Metalls.

Noch ist Vulcan Energy Resources allerdings in der Aufbau-Phase. Bis 2024, so hieß es vor einigen Monaten, will Vulcan in zwei Anlagen bis zu 15.00 Tonnen Lithium-Hyroxid fördern, ab 2025 soll die Produktion auf bis zu 40.000 Tonnen jährlich ausgeweitet werden.

wed/Reuters