Sonntag, 21. Juli 2019

Carsharing-Dienste von BMW und Daimler Car2Go- und DriveNow-Fusion auf der Zielgeraden

Carsharing-Autos von Car2Go (li., Daimler) und Drive Now (re,. BMW): Noch im Februar wohl offiziell

Wird es nun endlich etwas mit dem Zusammenschluss von Car2Go und DriveNow? Vor mehr als einem Jahr hat das manager magazin bereits über die Fusionspläne der Carsharing-Dienste von BMW und Daimler berichtet. Nun berichten die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf hochrangige Automanager, dass die Gespräche über eine Fusion der Töchter kurz vor dem Abschluss seien und schon im Februar bekannt gegeben werden.

BMW bringe seine Töchter Drive Now und Park Now, Daimler sein Car2Go-Geschäft in die gemeinsame Firma ein, heißt es weiter. Die neue Gesellschaft solle unabhängig agieren, die beiden Autokonzerne blieben aber als Großaktionäre weiter an Bord.

Laut der "FAZ" sollen die Marken Drive Now und Car2Go erhalten bleiben, die Angebote aber auf einer gemeinsamen Internetplattform gebündelt werden. Weder Daimler noch BMW äußerten sich.

Gegen die Pläne der beiden Autobauer, sich gegen den amerikanischen Mitfahrdienst Uber in Europa zu verbünden, sperrte sich anfangs noch der Autovermieter Sixt, dem die Hälfte der Anteile von DriveNow gehören. Ende Mai 2017 berichtete manager magazin, dass Sixt nun offen für eine Zusammenarbeit sei. Zudem soll die Allianz so weit gehen, dass die beiden Carsharing-Dienste künftig unter einem gemeinsamen Namen auftreten könnten.

Sixt soll sich der "FAZ" zufolge mit seinem Partner BMW über ein Kaufangebot für einen Teil der Anteile und die Markenrechte geeinigt haben. Sixt werde Minderheitspartner. Das Unternehmen war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. DriveNow hatte kürzlich erklärt, im laufenden Jahr seien "Weichenstellungen beim Geschäftsmodell angedacht, um Carsharing für weitere Anwendungsfälle zu öffnen".

Carsharing hat in den vergangenen Jahren starken Zulauf bekommen. Bei Angeboten wie Car2Go und DriveNow können die Autos in bestimmten Großstadtzonen per Handy geortet und nach Gebrauch an einem beliebigen Platz wieder abgestellt werden.

Allerdings verdienen die Firmen bisher kaum etwas an der Kurzzeitmiete. Autoproduzenten wie Daimler oder BMW sehen im Carsharing auch einen Einstieg für potenzielle Kunden, die so Fahrzeuge testeten und sich später für ein eigenes entschieden. Car2Go hat 14.000 Autos und drei Millionen Kunden, DriveNow hat 6000 Autos und eine Million Kunden. Zu Umsatz, Gewinn oder Verlust äußerten sich die beiden Firmen nicht.

mg/dpa-afx/rtr

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung