Montag, 20. Januar 2020

Erste Verhandlung am Freitag Kanada verklagt Volkswagen im Dieselskandal

Nach vier Jahren Ermittlungsarbeit klagt die kanadische Regierung den Volkswagen-Konzern wegen Vergehen gegen kanadische Umweltschutzgesetze an.

Im Abgasskandal hat die kanadische Regierung Klage gegen den Volkswagen Börsen-Chart zeigen eingereicht. Insgesamt wird in 60 Punkten Anklage erhoben, wie die Regierung am Montag (Ortszeit) in Ottawa mitteilte. Darunter ist die gezielte Einfuhr von Autos, die nicht den kanadischen Umweltschutzgesetzen entsprechen, sowie der Vorwurf der gezielten Desinformation.

Laut der Regierung sollen VW-Vertreter erstmals diesen Freitag vor einem Gericht in Ontario zu den Vorwürfen angehört werden. Die Klage wurde nach vierjährigen Untersuchungen des kanadischen Umweltministeriums erhoben.

Der Volkswagen-Konzern hatte im September 2015 nach Ermittlungen von US-Behörden eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese senkte bei Emissionstests den Schadstoffausstoß, nicht aber im Straßenverkehr.

Volkswagen will Vergleichsvorschlag vorlegen

Der Dieselskandal hat Volkswagen bislang nach eigenen Angaben 28 Milliarden Euro gekostet. Mehrere an der Täuschung beteiligte Führungskräfte und Manager von Volkswagen wurden in den USA und in Deutschland angeklagt. Einige waren zu Haftstrafen verurteilt worden.

Die englischsprachige Nachrichtenagentur AP berichtet, dass Volkswagen bereits einen Vergleichsvorschlag vorbereitet habe und diesen in der mündlichen Verhandlung dem Gericht zur Prüfung vorlegen wolle.

Der Anklage zufolge soll Volkswagen zwischen 2008 und 2015 128.000 Fahrzeuge mit Abgasmanipulationen eingeführt haben. Zu den betroffenen Fahrzeugen in Kanada gehörten Dieselfahrzeuge unter anderem der Marken Volkswagen, Audi und Porsche.

rei/afp/ap

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