Samstag, 7. Dezember 2019

Autokäufer reagieren auf Abgasskandal Deutsche Diesel-Autos verlieren Marktanteile

Volkswagen-Fahrzeuge: Das Interesse der Kunden am Diesel sinkt

Eine wachsende Zahl von Autofahrern reagiert offenbar auf die anhaltende Abgas-Diskussion - und wendet sich vom Diesel ab. Das hat eine Auswertung des Internet-Autovermittlers Mobile.de ergeben. Die Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) belegt die Tendenz. Demnach spüren vor allem deutsche Anbieter beim Thema Diesel Gegenwind.

"Autokäufer interessieren sich generell stärker für Benzinmodelle als im Vorjahr", teilte ein Sprecher von Mobile.de gegenüber manager-magazin.de mit. Die Nachfrage nach Autos mit Ottomotor sei seit September 2015 um rund 10 Prozent gestiegen. "Die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen ist hingegen um 10 Prozent gesunken." Die Auswertung bezieht sich auf Suchanfragen nach Neuwagen in Deutschland.

Wenig überraschend: Vor allem potenzielle VW-Käufer sprechen Dieselfahrzeuge weniger an. Seit April 2015 ist die Nachfrage laut dem Internetportal um etwa 14 Prozent gesunken, andere Marken verzeichneten im Schnitt einen Rückgang von etwa 3 Prozent.

Vorzeigetechnik der deutschen Autobauer gerät unter Druck

Damit gerät die Vorzeigetechnik der deutschen Autobauer auf dem Heimatmarkt unter Druck. Volkswagen Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen setzen auf den Diesel, um ihren CO2-Flottenausstoß spürbar zu senken und die EU-Vorgaben bis 2021 zu erfüllen. Zudem spülen ihnen die vergleichsweise teuren Fahrzeuge höhere Einnahmen und Gewinne in die Kasse.

Der Abgasskandal droht die Kalkulation nun durcheinanderzubringen. Zuletzt hatte Autozulieferer Bosch einen Zusammenhang zwischen dem Abgasskandal und rückläufiger Diesel-Nachfrage hergestellt.

Volkswagen steht dabei im Zentrum der Affäre. Der Konzern hat jahrelang eine illegale Motorsoftware eingesetzt. Sie sorgt dafür, dass Autos ihre Abgase bei offiziellen Tests wie vorgeschrieben reinigen, im Alltag aber nicht. Das Unternehmen muss elf Millionen Autos zurückrufen und hat Milliarden-Rückstellungen gebildet.

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