Mittwoch, 23. Oktober 2019

Wegen Abgasmanipulation Daimler droht Diesel-Bußgeld in Milliardenhöhe

Mercedes: Diesel-Bußgeldbescheid dürfte bis Oktober zugestellt werden

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart treibt ihr Bußgeldverfahren gegen den Autohersteller Daimler Börsen-Chart zeigen voran. Wegen Abgasmanipulationen bei Dieselautos wolle die Behörde im September oder Oktober ein Bußgeld von 800 Millionen bis zu einer Milliarde Euro verhängen, berichtete der "SPIEGEL" am Freitag vorab. In dieser Größenordnung waren bereits Volkswagen und Audi wegen Abgasmanipulationen belangt worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte lediglich, die Behörde rechne mit einem Abschluss des Verfahrens bis Jahresende.

Dass Daimler ein hohes Bußgeld droht, ist seit längerem absehbar. Die Stuttgarter Strafverfolger hatten das Verfahren gegen Daimler bereits im Februar öffentlich gemacht. Anlass sei der Verdacht, dass Verantwortliche im Zusammenhang mit der Manipulation der Diesel-Abgasreinigung ihre Aufsichtspflichten verletzt haben.

Daimler hat für verschiedene Rechtsrisiken im Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen bereits hohe Millionenbeträge zurückgestellt. Ein Konzernsprecher bekräftigte am Freitag, man kooperiere mit den Behörden.

Wegen Abgasmanipulationen haben mehrere Unternehmen, darunter Volkswagen, Porsche und Audi Börsen-Chart zeigen, Bußgelder gezahlt. Bei Volkswagen war es eine Milliarde, bei Audi 800 Millionen Euro. Dabei ging es im wesentlichen um eine so genannte Vermögensabschöpfung: Die Höhe der Bußgelder hängt meistens wesentlich davon ab, welchen finanziellen Vorteil ein Unternehmen durch die Verfehlung hatte.

la/reuters

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