Dienstag, 16. Juli 2019

China wird zum Leitmarkt für Elektromobilität Elektroauto-Boom in China läuft an deutschen Herstellern vorbei

BYD Qin: Dieser Plugin-Hybrid mit 70 Kilometern Elektro-Reichweite ist derzeit Chinas bestverkauftes Elektroauto

2. Teil: Deutschland fehlt es an Elektroauto-Masse

Auch weltweit sind die deutschen Autohersteller bei der Elektromobilität längst nicht so weit vorne, wie es die deutsche Bundesregierung wohl gerne hätte. Denn sie will Deutschland bis 2020 zur führenden Elektroauto-Nation machen. Laut der Studie von Bratzel ist Deutschland aber derzeit weder Leitmarkt noch Leitanbieter von Elektromobilität.

Bis September wurden laut Bratzel in Deutschland gerade mal 15.000 Elektrofahrzeuge abgesetzt, was trotz einer Steigerung von 63 Prozent nur einem Marktanteil von 0,63 Prozent entspricht. Weltweit wurden rund 335.000 Elektrofahrzeuge verkauft, der globale Marktanteil liege aber bei nur 0,65 Prozent.

Auch das meistverkaufte Elektroauto kommt nicht aus Deutschland. Dies sind laut Untersuchung der Nissan Leaf und das Tesla Model S. Der japanische Autobauer Nissan führt demnach auch die Liste der absatzstärksten Elektroauto-Hersteller an, gefolgt vom chinesischen Konzern BYD, dem US-Hersteller Tesla und dem japanischen Autobauer Mitsubishi. Erst dann folgen die deutschen Autohersteller Volkswagen und BMW .

Die drei drängendsten E-Auto-Probleme sind noch ungelöst

Um die Elektromobilität weltweit, vor allem aber in Deutschland voranzubringen, fordert Branchenexperte Bratzel eine "Neufokussierung der Innovationsaktivitäten". Gelöst werden müssten vor allem drei Probleme: Reichweite, Infrastruktur und Preis. Die Reichweiten von Elektroautos sind bisher noch zu niedrig, es fehlt an einer Lade-Infrastruktur und E-Autos sind deutlich teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Deutschland drohe außerdem bei der wichtigen Zellfertigung für Elektroauto-Batterien zurückzufallen, schrieb Bratzel. Die größten Produzenten von Batteriezellen stammen inzwischen aus Fernost. Erst vor kurzem hatte der VW -Markenvorstand Herbert Diess eine "konzertierte Aktion" der deutschen Autoindustrie für die Batteriezellenfertigung gefordert. BMW und Daimler aber hatten sehr zurückhaltend auf den Vorstoß von Volkswagen reagiert.

Volkswagen hatte als Reaktion auf den Skandal um manipulierte Abgastests für Dieselfahrzeuge angekündigt, die Elektromobilität vorantreiben zu wollen.

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mit Material von dpa

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