Dienstag, 25. Juni 2019

Systematik unternehmerischer Schludereien Der Fall Audi - Vier Gründe, warum Unternehmen tricksen und manipulieren

4. Teil: Die Hierarchie

Wenn Unternehmen legale Pfade verlassen, geschieht dies selten nur auf der Basis von Gier und Gerissenheit einiger weniger schwarzer Schafe. Sehr oft bilden sich "Subkulturen" oder "social cocoons" in der Organisation, in der die Abweichung geduldet oder gar gerechtfertigt wird.

Man muss nicht, wie die Klageschrift des Staates New York, von einem "willful and systematic scheme of cheating by dozens of employees at all levels of the company regarding emissions" (Complaint Supreme Court of the State New York vom 19.7.2016) sprechen. Aber ohne eine Beteiligung oder Duldung wichtiger Führungskräfte sind solch weitreichende Manipulationen kaum vorstellbar.

Aus dem Bericht der Kanzlei Jones Day wird kolportiert, dass bereits 2007 ein Audi-Ingenieur einen größeren Kreis von Managern von Audi in einer E-Mail darüber informiert habe, dass es "ganz ohne Bescheißen" nicht klappen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoß von Dieselwagen einzuhalten. Und der auf den Ingenieuren lastende Druck, es so oder so hinzubekommen, war bekanntlich sehr groß.

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