Deal besiegelt oder nicht Elon Musk sorgt für Verwirrung bei Autovermieter Hertz

Der angekündigte Hertz-Großauftrag hatte die Tesla-Aktie in die Höhe katapultiert und Elon Musk noch reicher gemacht. Jetzt behauptet Musk, der Deal sei noch nicht beschlossene Sache. Hertz sieht das jedoch anders.
Kein Rabatt für Hertz: Das jedenfalls sagt Tesla-Chef Elon Musk

Kein Rabatt für Hertz: Das jedenfalls sagt Tesla-Chef Elon Musk

Foto: Daniel Reinhardt/ picture alliance / dpa

Gleich zwei Nachrichten haben am Dienstag die Aktie des Elektroautobauers Tesla gedrückt: Zum einen erklärte Konzernchef Elon Musk, dass der mindestens vier Milliarden Dollar schwere Großauftrag des Autovermieters Hertz noch nicht in trockenen Tüchern sei. Zum anderen wurde bekannt, dass Tesla in den USA rund 12.000 Fahrzeuge wegen Softwarefehlern zurückrufen muss. Die Tesla-Aktie gab am frühen Dienstagnachmittag um rund 5 Prozent nach., reduzierte dann aber ihre Verluste auf rund 2 Prozent. Am Vortag hatte sie mehr als 10 Prozent zugelegt und war auf ein Rekordhoch über die Marke von 1200 US-Dollar gestiegen.

Musk gab per Tweet in der Nacht zu Dienstag überraschend bekannt, die Pläne von Hertz, 100.000 Tesla-Fahrzeuge zu kaufen, seien noch nicht endgültig vertraglich vereinbart.

Hertz sieht das jedoch anders. Tesla habe bereits damit begonnen, Fahrzeuge an Hertz auszuliefern, sagte eine Sprecherin von Hertz in Reaktion auf den Tweet von Musk. "Wir wir bereits vergangene Woche bekannt gegeben haben, hat Hertz 100.000 Tesla bestellt und investiert außerdem in die dafür nötige Ladesäulen-Infrastruktur", so die Sprecherin. "Wir sehen große Nachfrage für diese elektrischen Fahrzeuge", zitiert das Wall Street Journal  die Sprecherin. Außerdem verkündete Hertz, dass erste Teslas bereits Anfang November an Stationen des Autovermieters verfügbar sein würden.

Die Tesla-Aktie hatte nach der Ankündigung in der vergangenen Woche kräftig zugelegt, und der Wert des Elektroauto-Herstellers überschritt noch am selben Tag erstmals die Marke von einer Billion Dollar. Der Kurssprung zementierte auch Musks Spitzenposition in der Rangliste der reichsten Menschen der Welt. Später kursierten Berichte, Hertz erwäge gar, die Bestellung zu verdoppeln.

Tesla muss 12.000 Autos in den USA zurückrufen

Musk hatte schon kurz darauf versucht, die Bedeutung des Deals für Tesla zu relativieren. Unter anderem nannte er es bei Twitter "seltsam", dass die Nachricht den Kurs bewegt habe - denn Tesla habe kein Nachfrageproblem, sondern könne nicht schnell genug die Produktion hochfahren. Auch betonte Musk, dass es für Hertz keinen Rabatt geben werde.

Zudem wurde bekannt, dass Tesla knapp 12.000 Fahrzeuge in den USA wegen Fehlern in der Software zurückruft. Dabei gehe es um Autos der Modelle S, X, 3 und Y, die seit 2017 verkauft worden seien, teilte die zuständige Aufsichtsbehörde mit. Bei ihnen könnte nach einem Update der Autopilot-Software unbeabsichtigt eine Notbremsung ausgelöst werden.

Bislang seien keine Unfälle wegen der Fehlfunktion bekannt, erklärte Tesla dazu.

rei/dpa-afx
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