Freitag, 20. September 2019

Schwere Manipulation VW-Desaster in den USA - Das müssen Sie wissen

VW-Passat für die USA: Volkswagen soll Abgasmessung manipuliert haben

Welche Vorwürfe erhebt die US-Umweltbehörde?

Volkswagen soll eine spezielle Software eingesetzt haben, um die offizielle Messung des Schadstoffausstoßes bei seinen Dieselautos zu manipulieren. Das teilte die Environmental Protection Agency (Epa) am Freitag in Washington mit.

Die betreffenden Vorschriften seien bewusst umgangen worden. "Solche Mittel zu benutzen, um die Klimaschutzstandards zu umgehen, ist illegal und eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit", sagte Epa-Vertreterin Cynthia Giles. Ihre Behörde werde die Untersuchungen in diesem "sehr ernsten" Fall fortsetzen. Auch eine weitere Behörde im Bundesstaat Kalifornien, die California Air Resources Board, habe in der Sache Untersuchungen eingeleitet.

Wie soll die Manipulation funktionieren?

Laut Epa erkennt eine "hochentwickelte Software" von Volkswagen, ob Autos behördlichen Tests unterzogen würden oder im Normalbetrieb unterwegs seien. Epa nennt sie "Defeat Device", Manipulationsgerät. Bei offiziellen Emissionstests, die das Programm an Parametern wie Steuerradwinkel und Geschwindigkeit erkennt, würde es das Abgaskontrollsystem aktivieren. Auf der Straße liege der Ausstoß von Stickstoffdioxiden beim bis zum 40-Fachen über den Dieselabgas-Grenzwerten.

Welche Modelle sind betroffen?

Insgesamt geht es laut Epa um 482.000 Dieselfahrzeuge von Volkswagen der Modelljahre 2009 bis 2014 - insbesondere um die VW-Modelle Jetta, Beetle und Golf sowie um das Audi-Modell A3 seit dem Jahr 2009. Außerdem um das VW-Modell Passat seit dem vergangenen Jahr.

Wie kam die Epa Volkswagen auf die Spur?

Die Epa hat die mutmaßlichen Manipulationen aufgrund eines Hinweises der West Virginia University untersucht. Die Universität arbeitete mit dem International Council on Clean Transportation (ICCT) zusammen, einer US-Nichtregierungsorganisation.

Wie reagiert der Konzern ?

Wie die Epa mitteilte, habe Volkswagen den Vorwurf bereits eingestanden. Der Konzern habe laut Epa zugegeben, berichtet "Bloomberg", die Software installiert zu haben, nachdem die US-Behörden signalisiert haben, dass sie die 2016er Modelle von VW nicht zulassen würden.

Volkswagen gab bisher offiziell lediglich an, über die Untersuchungen unterrichtet worden zu sein. Das Unternehmen wolle mit den Behörden "eng und kooperativ" zusammenarbeiten, es veranlasse "alles in seiner Macht stehende, um die Hintergründe für die erhobenen Vorwürfe gründlich aufzuklären".

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung