Vergleich im Abgasskandal Daimler zahlt Milliarden an US-Kläger

Ein großes Dieselgate-Verfahren nähert sich dem Abschluss. Der Daimler-Konzern will mehr als zwei Milliarden Dollar zahlen, um den Großteil des Rechtsrisikos in den USA loszuwerden.
Werbung für einen "Clean Diesel" von Mercedes-Benz in New York im März 2008

Werbung für einen "Clean Diesel" von Mercedes-Benz in New York im März 2008

Foto: epa Justin Lane/ picture-alliance/ dpa

Mit einer Milliardenzahlung will Daimler seine laufenden Rechtsstreitigkeiten mit Behörden und Zivilklägern in den USA wegen des Diesel-Abgasskandals beilegen. Der Autobauer teilte am Donnerstagabend mit, er habe mit verschiedenen US-Behörden und den Klägervertretern einer Sammelklage von Verbrauchern Grundsatzeinigungen über die Beilegung der verschiedenen Verfahren erzielt.

Für die Vergleiche mit den US-Behörden erwarte Daimler Kosten von rund 1,5 Milliarden Dollar, die geschätzten Kosten für die Beilegung der Sammelklage lägen bei rund 700 Millionen Dollar. Es gehe um rund 250.000 betroffene Diesel-Fahrzeuge. Weitere Aufwendungen, um Anforderungen aus den Vergleichen zu erfüllen, schätze Daimler auf einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Für die Kosten sei in der Bilanz ausreichend Vorsorge getroffen worden. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts werde in den kommenden drei Jahren belastet, hauptsächlich aber in den nächsten zwölf Monaten.

Die Vergleiche, denen Vorstand und Aufsichtsrat der Daimler AG und der Mercedes-Benz AG bereits zugestimmt hätten, stünden noch unter Vorbehalt der finalen Zustimmung der zuständigen Behörden und Gerichte.

Die strafrechtlichen Ermittlungen, die in den USA seit 2016 gegen Daimler laufen, sind von den Vergleichen nicht betroffen.

Der Volkswagen-Konzern, dessen Einsatz von Betrugssoftware zuerst enthüllt wurde, hatte bereits 2016 einen auf 14,7 Milliarden Dollar bezifferten Vergleich mit US-Klägern geschlossen. Der Deal mündete in den Rückkauf von mehr als 300.000 Autos. Beendet war die Affäre damit aber noch lange nicht.

ak/Reuters/dpa-afx
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