Daimler Truck, Traton, Volvo Lkw-Hersteller gründen Ladenetz-Joint-Venture

Mit einem neuen Gemeinschaftsunternehmen wollen Daimler Truck, Traton und Volvo Elektrolastwagen etablieren. Doch die geplanten 1700 Ladepunkte sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Ladenhüter elektrische Lkw: Bisher sind Elektrolastwagen wie der eActros von Daimler Truck zu teuer und zu selten aufladbar

Ladenhüter elektrische Lkw: Bisher sind Elektrolastwagen wie der eActros von Daimler Truck zu teuer und zu selten aufladbar

Foto: Marijan Murat / dpa

Die Zusammenarbeit der drei größten euorpäischen Lastwagenhersteller Daimler Truck, Traton und Volvo zum Aufbau eines Ladenetzes für elektrische Schwer-Lkw und Reisebusse nimmt konkretere Formen an. Wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten, haben sie eine verbindliche Vereinbarung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens unterzeichnet. Die Hersteller hatten bereits im Sommer angekündigt, bis zum Jahr 2027 europaweit mindestens 1700 Ladesäulen einrichten zu wollen.

Die drei Lkw-Bauer werden zu je gleichen Teilen an dem neuen Unternehmen beteiligt sein. Der Start sei für das kommende Jahr geplant – zuvor müsse es noch behördlich genehmigt werden. Unternehmenssitz sei Amsterdam.

Die Partner wollen zusammen 500 Millionen Euro investieren, um innerhalb von fünf Jahren mindestens 1700 Hochleistungsladepunkte in der Nähe von Autobahnen und Logistikzentren zu errichten. Diese sollen allen E-Lastern und -Bussen markenunabhängig zur Verfügung stehen. Es handele sich "nach Kenntnisstand der Unternehmen um die bisher bei Weitem größte Investition in Ladeinfrastruktur für schwere Lkw in Europa", hieß es in der Mitteilung. Reichen wird diese Investition allerdings nicht, wie Daimler-Truck-Chef Martin Daum im Interview mit manager magazin sagte . Er fordert daher größere Anstrengungen vonseiten der Politik.

Vollelektrische Lastwagen und vollelektrische größere Nutzfahrzeuge sind derzeit noch die seltene Ausnahme. Doch der Bedarf ist nach Schätzung des europäischen Autoverbandes ACEA auch für Lkw-Ladepunkte in Zukunft hoch: Bis spätestens 2025 werden demnach für batteriebetriebene Nutzfahrzeuge bis zu 15.000 Hochleistungsladepunkte und bis 2030 bis zu 50.000 benötigt.

mg/dpa-afx
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