Europäische Standards Daimler Truck gründet Weltbetriebsrat

An den weltweit 40 Standorten von Daimler Truck sollen für Mitarbeiter künftig die gleichen Unterrichtungs- und Anhörungsrechte gelten. Der Nutzfahrzeug-Hersteller hat darum jetzt einen Weltbetriebsrat gegründet. Europäische Standards gelten damit auch außerhalb Europas.
Kopf des neuen Gremiums: Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Daimler Truck Michael Brecht

Kopf des neuen Gremiums: Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Daimler Truck Michael Brecht

Foto: Bernd Weissbrod/ picture alliance / dpa

Mit der Gründung eines Weltbetriebsrats sollen bei den Werken und Zulieferern von Daimler Truck künftig weltweit europäische Standards gelten. "Das Besondere bei Daimler Truck ist, dass uns gelungen ist, die klaren gesetzlich flankierten Unterrichtungs- und Anhörungsrechte der Europäer und Europäerinnen auch auf die Länder außerhalb Europas auszuweiten", sagte Ralf Götz von der IG Metall laut einer Mitteilung vom Montag. Das sei "beispielhaft und mit Blick auf die Durchsetzung von Menschen- und Gewerkschaftsrechten international von größter Relevanz".

Nach der Abspaltung vom früheren Daimler-Konzern war die internationale Arbeitnehmervertretung bei Daimler Truck vergangene Woche gegründet worden. Insgesamt seien 23 Länder im Europäischen - und Weltbetriebsrat vertreten, hieß es. Der Dax-Konzern betreibt über 40 Standorte weltweit und ist mit Vertriebs- und Servicepunkten nach eigenen Angaben in den meisten Ländern der Welt vertreten.

Das neue Gremium biete gemeinsam mit internationalen Gewerkschaften "eine starke Plattform, um Arbeitnehmerrechte bis zu kleinen Zulieferern von Daimler Truck durchzusetzen und Menschenrechte in der Lieferkette insgesamt zu schützen", erklärte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Daimler Truck, Michael Brecht (57).

Im mm-Interview  forderte Brecht kürzlich ebenfalls Chancengleichheit, und zwar mit den USA und China. Brecht, der auch bei Mercedes-Benz im Aufsichtsrat sitzt, setzt sich für eine eigene Zellfertigung in Deutschland ein. "Wir brauchen auf jedem Markt, auf dem wir aktiv sind, ein eigenes Werk." Brecht war von 2014 bis 2021 bereits Betriebsratschef des Gesamtkonzerns Daimler AG.

dri/dpa-afxp
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