Nutzfahrzeugmesse IAA Daimler Truck sieht stabilen Lkw-Markt

Die Nachfrage nach Lkw ist laut Daimler Truck ungebrochen. Auf der Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation stellt der Konzern nun seinen ersten schweren E-Lastwagen vor.
Gefüllte Orderbücher: Daimler-Truck-Chef Martin Daum

Gefüllte Orderbücher: Daimler-Truck-Chef Martin Daum

Foto: Bernd Weißbrod / dpa

Daimler-Truck-Chef Martin Daum (62) sieht derzeit keine Anzeichen für eine Abkühlung im Lkw-Markt. Die Nachfrage sei ungebrochen, sagte er am Montag in Hannover am Rande der Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation der Nachrichtenagentur Reuters. "In dem Moment, in dem wir Orderbücher aufmachen, füllt es sich sofort."

Die Auslieferungen hätten im vergangenen und im laufenden Jahr um eine fünfstellige Zahl höher ausfallen können, wäre die Versorgungslage besser gewesen. Das komme der Branche jetzt aber zugute: Die Versorgungsengpässe hätten einen Rekordabsatz in den Jahren 2021 und 2022 verhindert. "Nach einem Rekordabsatz kommt der Absturz nach unten." Zwar könne die Lage umschlagen, wenn es zu einem Dominoeffekt komme. "Aber diesmal werden wir als Branche nicht der Vorreiter sein", sagte Daum.

Zugleich gelinge es, die steigenden Kosten über höhere Preise an die Kunden weiterzugeben, sagte Daum. Die Gewinnmarge habe sich nach einem Rückgang im Winterhalbjahr wieder erholt und liege inzwischen wieder im Rahmen der Zielmarke zwischen sieben und neun Prozent.

Daimler Truck stellte auf der Nutzfahrzeugmesse seinen ersten schweren elektrischen Lastwagen vor. Bis 2030 könne der Anteil von Elektro- und Brennstoffzellenlasten auf bis zu 60 Prozent des gesamten Absatzes steigen, sagte Daum. Eine genauere Prognose sei schwierig, das hänge von den Energiepreisen ab. Der Lastwagen mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern verfügt über Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP).

Ideen für Batteriefertigung in Europa

Derzeit kämen fast alle weltweit benötigten Batterien aus Fernost, sagte Daum. Er machte sich in dem Zusammenhang für eine Batteriefertigung in Nordamerika und Europa stark. Noch sei es zu früh, über Standorte zu spekulieren; entscheidend dafür sei die Verfügbarkeit und der Preis von Strom. "Da sehe ich Deutschland mit einem klaren Wettbewerbsnachteil, wenn ich mir die Energiepreise ansehe."

Derzeit würden unterschiedliche Modelle geprüft, um eine gute Lösung für die Produktion der Daimler-Batterien zu finden. "Ich schließe in der Beziehung grundsätzlich nichts aus", sagte Daum. "Es wird auf jeden Fall eine kreative Idee werden." Eine Entscheidung könne binnen zwei Jahren getroffen werden.

hr/reuters
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