Samstag, 14. Dezember 2019

Autohersteller schaltet auf Sparmodus Daimler-Betriebsrat bezweifelt fünfstelligen Jobabbau

Daimler-Werk in Sindelfingen: Zwei Drittel des geplanten Stellenabbaus soll in Deutschland stattfinden
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Daimler-Werk in Sindelfingen: Zwei Drittel des geplanten Stellenabbaus soll in Deutschland stattfinden

Vor wenigen Tagen hatte der Autohersteller Daimler einen massiven Stellenabbau angekündigt: Bis 2022, so hieß es Ende vergangener Woche, sollen mindestens 10.000 Mitarbeiter das Unternehmen freiwillig verlassen. Die Maßnahme schien mit dem Betriebsrat abgestimmt - doch die Zahl stößt nun auf heftige Kritik der Arbeitnehmervertreter.

"Wir haben keine Vereinbarung zum Abbau von 10.000 Stellen getroffen", sagt Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht nun. "Wir haben einen Prozess definiert, wie Fluktuation nur noch zum Teil ersetzt wird."

Personalvorstand Wilfried Porth hatte am Freitag erklärt, dass es bei den Streichungen mindestens um eine niedrige fünfstellige Zahl von Arbeitsplätzen in den sogenannten indirekten Bereichen gehe, also alles abseits der Produktion.

"Eine Diskussion über Köpfe ist absurd, weil wir viele andere sinnvolle Maßnahmen vereinbart haben und hauptsächlich Prozesse und Abläufe verändern werden", sagte hingegen Brecht. "Wie viele Stellen es am Ende sind, kann heute nicht gesagt werden", stellte er klar.

Zwei Drittel der Stellen sollen in Deutschland wegfallen

"Zwei Drittel der Summe sollen in Deutschland eingespart werden", sagte Brecht den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung". So stelle es sich jedenfalls das Unternehmen vor. In Deutschland beschäftigt Daimler Börsen-Chart zeigen aber auch mit Abstand die meisten Leute. Gut 178.000 von weltweit etwa 300.000 Mitarbeitern arbeiten hier.

Daimler will bis Ende 2022 1,4 Milliarden Euro an Personalkosten einsparen. Mit ihren Sparplänen sind die Schwaben beileibe nicht alleine: Auch Audi Börsen-Chart zeigen will 9500 Jobs in Deutschland abbauen. Wie bei Daimler soll der Abbau durch Angebote für den Vorruhestand und die Nichtnachbesetzung freiwerdender Stellen erfolgen.

Da Daimler betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausgeschlossen hat, will der Konzern befristete Verträge von Leiharbeitnehmern nicht verlängern und Mitarbeiter zum freiwilligen Ausscheiden bewegen. Wie Brecht der "Stuttgarter Zeitung" weiter sagte, waren zuletzt in den betroffenen Bereichen rund 3000 Leiharbeiter beschäftigt. Zudem gebe es etwa 2000 Arbeitnehmer, die für Altersteilzeit in Frage kämen.

Daimler steht wegen hoher Ausgaben für Elektroautos oder autonomes Fahren und eines schwachen Absatzes im Pkw- wie im Lkw-Geschäft unter großem Spardruck.

wed/dpa/Reuters

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